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Meereisbiologie

Wer im Meereis der Arktis und Antarktis überleben will, muss extreme Umweltbedingungen aushalten können – niedrigste Temperaturen, stark schwankende Salzgehalte, ständige Helligkeit im Sommer und schier endlose Dunkelheit im polaren Winter. Einer ganzen Reihe von Arten ist diese Anpassungsleistung gelungen – mit teilweise erstaunlichen Tricks wie den Gefrierschutzglykoproteinen der Polarfische. Die hochspezialisierten Meereisbewohner bilden heute vom kleinsten Einzeller bis zum gigantischen Wal ein komplexes Nahrungsnetz, in dem zahlreiche Räuber-Beute-Beziehungen dafür sorgen, dass das Überleben des einen vom Erfolg des anderen abhängt. Auf der primären Stufe 1 der Nahrungspyramide bauen Unmengen von winzigen Algen an der Unterseite des Meereises mithilfe von Sonnenlicht Biomasse auf. Davon ernähren sich auf Stufe 2 kleine Ruderfußkrebse und Krill, die im Ozean unter dem Eis leben. Diese werden auf Stufe 3 von Fischen gefressen, die wiederum selbst auf Stufe 4 die Beute von Robben, Vögeln und Walen werden. Die Wirklichkeit ist natürlich noch deutlich komplizierter als dieses vereinfachte Modell der polaren Nahrungspyramide. Doch es macht deutlich, dass jede Art – und sei sie noch so klein – ihre ganz eigene, wichtige Rolle im großen Konzert der Meereisorganismen spielt. Und dass ihr Verschwinden Folgen für alle hat.

In diesem Wissensbereich erfahren Sie, wie dieses biologische Konzert funktioniert. Wir zeigen Ihnen die größten Herausforderungen und Anpassungsleistungen im Eis und stellen die wichtigsten Meereisbewohner vor – darunter natürlich auch Pinguine und Eisbären.

Meereis als Lebensraum

Das Überleben in den Weiten der Arktis und Antarktis ist eine immense Leistung. Erfahren Sie hier, welche Herausforderungen die Meereisbewohner meistern und wie sie es schaffen, in einem extremen Lebensraum ein hochkomplexes Ökosystem aufzubauen.

Biomasseproduktion

Vor allem die jahreszeitlich stark schwankende Verfügbarkeit von Sonnenlicht und Nährstoffen bestimmt, wieviel Biomasse die Algen im Eis als Grundlage der Nahrungskette aufbauen können. Erfahren Sie hier, wie die Algen mit den wechselnden Bedingungen umgehen.

Meereisbewohner

Die Polargebiete sind für den Menschen extrem lebensfeindlich. Doch eine große Vielfalt aus bestens angepassten Pflanzen und Tieren schafft es, der Kälte und der nicht enden wollenden Dunkelheit im winterlichen Eis zu trotzen. Lernen Sie hier die wichtigsten Arten kennen.

Biogeochemie

Meereis speichert zahlreiche Nährstoffe, Spurenelemente und klimarelevante Gase, transportiert sie mit der Meereisdrift über die Ozeane und gibt sie beim Schmelzen wieder ins Wasser ab. Freigesetztes Eisen kann so etwa in Eisen-linitierten Meeresregionen Algenblüten auslösen.

Nutzung durch den Menschen

Der Mensch nutzt die Polargebiete heute so intensiv wie nie zuvor. Er holt Unmengen von Fisch und Krill aus den Polarmeeren und jährlich fahren zehntausende Touristen auf Kreuzfahrtschiffen ins Eis. Und auch die ungehobenen Öl- und Gasreserven wecken Begehrlichkeiten.

Meereisökosysteme im Klimawandel

Vor allem in der Arktis ist das Meereis in Folge der globalen Erwärmung auf dem Rückzug. Seine Fläche schrumpft immer weiter und es wird dünner. Für Pflanzen und Tiere, die das Meereis als Nahrungsquelle, Ruheraum oder Kinderstube nutzen, wird es dadurch immer enger.