Dr. Hauke Flores

Biologe am AWI

Hauke studierte Biologie in Hamburg. Bereits zu dieser Zeit begann er dem Vorbild seines seefahrenden Vaters zu folgen und sammelte erste Erfahrungen bei einer Expedition in die keltische See im Nordatlantik, um Zooplankton zu erforschen. Nach seinem Studium entdeckte er seine Faszination für die Polarregionen während seiner Diplomarbeit, die ihm eine Expedition in die Antarktis ermöglichte. Seither ist sein Interesse ungebrochen, und er ist am AWI umringt von Gleichgesinnten.

Hauke Flores unterstützt mit seiner Expertise die Darstellung des Ökosystems Meereis auf meereisportal.de. Denn das Leben in den Polarregionen spielt sich zu einem Großteil unter dem Eis ab, und eben dieses Habitat verschwindet, wenn das Meereis weniger wird. Durch seine Arbeit möchte er das Bewusstsein dafür schärfen, welche Konsequenzen die kleinsten Veränderungen im Nahrungsnetz dieses Lebensraumes nach sich ziehen. 

Welche Beobachtung deiner Arbeit ist besonders gravierend?

Uns fehlen oftmals die Langzeitdaten, da die zu erforschenden Gebiete früher viel länger von Eis bedeckt waren. In der Fischpopulation, gewisser besonders angepasster Arten, sind schon jetzt drastische Abnahmen zu erkennen, weil ihr Umfeld sich so sehr verändert. Weitreichende Folgen sind anzunehmen, aber natürlich nicht sofort ersichtlich.

Wie kann mehr Aufmerksamkeit auf den Lebensraum Meereis gelenkt werden?

Die Öffentlichkeit wird durch Dokumentationen teilweise schon mit tollen Bildern und Informationen versorgt. Diese brauchen aber auch entsprechend lange, um produziert zu werden. Die Wissenschaft braucht also mehr Schnittstellen mit der Öffentlichkeit, um zu ihr durchzudringen.

Welche Rolle kann meereisportal.de bei der Vermittlung von Wissen einnehmen?

Das Portal ist genau eine dieser Schnittstellen. Hier gibt es aus erster Hand Informationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und einen engen Kontakt zu ihnen. Ein gewisses Interesse für die Thematik ist natürlich Voraussetzung. Das ist immer noch ein beschränkter Kreis, aber durch die Rolle als Informationsquelle können wir als Multiplikator wirken und weiter in Bereiche wie Journalismus vordringen.

Meine Traumexpedition wäre …?

die Erforschung möglichen Lebens unter dem Eis des Jupitermondes „Europa“.

Kontaktdaten:

E-Mail:             hauke.flores(at)awi.de

Telefon:            0471-4831-1444

 

Weitere Informationen und Publikationen finden Sie unter:    https://www.awi.de/nc/ueber-uns/organisation/mitarbeiter/hauke-flores.html