- Im Gegensatz zu Parametern wie Eisbedeckung oder Dicke lässt sich das Alter des Meereises allerdings nicht direkt aus Satellitendaten ableiten. Es ist eine Kombination verschiedener Methoden erforderlich.
- Mit der Abnahme der Eisbedeckung im Sommer und dem Anstieg der Temperaturen zeigt sich ein deutlicher Trend zu jüngerem, dünnerem Meereis.
- Die Arktis wird zunehmend von einjährigem Eis dominiert.
Das Packeis in der Arktis kann, wenn es im Sommer nicht schmilzt, mehrere Jahre alt werden. Insbesondere in den Küstenregionen Kanadas findet man heute noch Eis, das vier Jahre oder älter ist (siehe Abbildungen). Im Laufe seines Lebens führt das Wachstum des Eises im Winter dazu, dass es kontinuierlich dicker wird. Zudem werden als Folge der Eisbewegung immer neue Presseisrücken gebildet. Aus diesem Grund ist besonders altes Eis deutlich mächtiger als jüngeres Eis, weist eine stark zerklüftete Oberfläche auf und besitzt eine dickere Schneeschicht. Diese Merkmale älteren Eises tragen dazu bei, dass es eine deutlich höhere ökologische Vielfalt beherbergt als jüngeres Eis. Darüber hinaus ist es widerstandsfähiger gegenüber kurzfristigen atmosphärischen und ozeanischen Schwankungen.
Im Gegensatz zu Parametern wie Eisbedeckung oder Dicke lässt sich das Alter des Meereises allerdings nicht direkt aus Satellitendaten ableiten. Für eine näherungsweise Bestimmung des Eisalters ist eine Kombination verschiedener Methoden erforderlich. Zunächst muss das Eis anhand von satellitenbasierten Eisdriftdaten zu seinem Ursprungsort zurückverfolgt werden. Nachdem der Ursprungsort des Eises identifiziert wurde, kann eine Abschätzung seines Alters vorgenommen werden. Mehr dazu können Sie hierzu im Datenportal lesen.
Dr. Thomas Krumpen, Meereisphysiker am Alfred-Wegener-Institut ergänzt hierzu: „Mit der Abnahme der Eisbedeckung im Sommer und dem Anstieg der Temperaturen zeigt sich ein deutlicher Trend zu jüngerem, dünnerem Meereis. Ein immer größer werdender Anteil des Eises schmilzt dabei bereits im ersten Sommer nach seiner Bildung. Dies führt dazu, dass die Arktis zunehmend von einjährigem Eis dominiert wird, was erhebliche Auswirkungen auf die Ökosysteme und die Energieflüsse zwischen Ozean und Atmosphäre hat. Die Überwachung und Analyse des Alters des Meereises bleibt daher ein kritischer Aspekt der Polarforschung, um die fortschreitenden Veränderungen und deren Folgen in der Arktis zu verstehen.“
Hier können Sie die neuen Karten finden und nutzen.
Kontakt
Fragen?
Schreiben Sie uns eine
E-Mail oder nutzen Sie das Kontaktformular.
Grafiken