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Große eisfreie Wasserflächen nordöstlich Spitzbergens

Warme Luft- und Meeresoberflächentemperaturen verzögern im Oktober die Neueisbildung in der nördlichen Barents- und Karasee.

  • Arktis: Eiszuwächse zum Winteranfang beschränken sich in der ersten Monatshälfte auf den westlichen Teil des Arktischen Ozeans. Das Monatsmittel reiht sich auf Platz 9 der Zeitserie ein.
  • Das arktische Meereis einen Sommer lang im Blick: AWI-Forschende schließen umfangreiche Eismessungen nordöstlich Grönlands ab.
  • In der Antarktis dokumentieren die Satelliten die drittkleinste Oktober-Meereisausdehnung seit Beginn der Messungen.

 

Arktis: Deutliche Anzeichen einer zunehmenden Atlantifizierung

Der Oktober ist in der Arktis der erste richtige Monat mit Neueisbildung nach dem Ende des Sommers. Der Frost kehrt vielerorts zurück und neues Meereis gefriert, wo die Meeresoberfläche im ausreichenden Maße abkühlt. Diese Voraussetzungen waren im Oktober 2025 nicht in allen Regionen des Arktischen Ozeans gegeben. Zwar stieg die Meereisausdehnung im Laufe des Monats von 5,5 Millionen Quadratkilometern auf 8,0 Millionen Quadratkilometer. Die Zuwächse konzentrierten sich jedoch auf bestimmte Regionen, wie unser Zeitraffer-Video zur Entwicklung der Meereiskonzentration zeigt (Video 1).

Video 1: Die Entwicklung der Meereiskonzentration in der Arktis im Zeitraffer. Die dargestellten Karten umfassen den Zeitraum 1.-31.10.2025

In der ersten Monatshälfte bildete sich nur im kanadischen Becken des Arktischen Ozeans sowie in den nördlichen Regionen des kanadischen Archipels neues Eis. In der nördlichen Barentssee hingegen zog sich die Eiskante sogar noch weiter zurück. Wärme und Winde waren dafür vermutlich verantwortlich. Ab der Monatsmitte zeigen die Satellitendaten erste Neueisflächen in den sibirischen Küstengewässern. Ab diesem Zeitpunkt verlagert sich die Eiskante im östlichen Teil des Arktischen Ozeans langsam Richtung Küste und schließt im letzten Monatsdrittel in der Ostsibirischen See den Seeweg der Nordostpassage.

Im selben Zeitraum bildet sich in der Region nördlich Spitzbergens und des Franz-Josef-Landes auffallend wenig neues Meereis.

Aktuell sind die nördliche Barents- und Karasee nahezu eisfrei. Diese Beobachtung passt sowohl zu den warmen Lufttemperaturen als auch zu den hohen Meeresoberflächen-Temperaturen in dieser Region. Es steckt einfach noch extrem viel Wärme im Meer, die ein zeitnahes Zufrieren verhindert

Abbildung 1: Abweichungen der gemittelten Meeresoberflächentemperaturen im Oktober 2025 im Vergleich zu den Monatsmitteln aus dem Bezugszeitraum 1971-2000. Die Daten zeigen, dass die Meeresregion nordöstlich Spitzbergens an ihrer Oberfläche bis zu 3 Grad Celsius wärmer war als im Vergleichszeitraum. Diese Wärme verzögert vermutlich das Zufrieren der Meeresoberfläche und damit die Neubildung von Meereis.

Abbildung 2: Darstellung der gemittelten Lufttemperaturabweichungen im Monat Oktober im Vergleich zum Oktobermittel aus dem Bezugszeitraum 1971-2000. In der Region nördlich der Inselgruppe Franz-Josef-Land war die Luft gemessen auf einem mittleren Höhenniveau von 925 hPa, circa 764 Metern über dem Meer, bis zu 8 Grad wärmer als im Vergleichszeitraum.

Abbildung 3: Darstellung der gemittelten monatlichen Druckanomalien auf Meeresspiegelniveau in der Arktis im Oktober 2025 im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971-2000. Die Pfeile auf der Karte zeigen die Windrichtung an. Ihre Länge ist proportional zur Windgeschwindigkeit. Die Karte lässt die Annahme zu, dass starke ablandige Winde im Oktober 2025 das Meereis aus der Kara- und Barentssee Richtung Norden gedrückt haben.

Die großen eisfreien Meeresflächen nordöstlich Spitzbergens sind ein Indiz für die zunehmende Atlantifizierung des Arktischen Ozeans in diesem Gebiet. “Vergleichen wir den aktuellen Verlauf der Eiskante mit dem Langzeitmittel, dem Vorjahr oder mit den Daten aus dem bisherigen Rekord-Minimumjahr 2012, zeigt sich, dass wir in diesem Jahr in der nördlichen Barents- und Karasee deutlich weniger Meereis haben als zuvor. Wir können deshalb davon ausgehen, dass sich das Wechselspiel zwischen Eis, Ozean und Atmosphäre in diesem Meeresgebiet zunehmend verändert“, so Klaus Grosfeld. (Abbildung 4 & 5)

Abbildung 4: Differenz der mittleren Eiskantenposition im Oktober 2025 im Vergleich zum Langzeitmittel 2003-2014. Die großen, rot markierten Flächen in der nördlichen Barents- und Karasee zeigen auf, wo das Meereis infolge zunehmender Luft- und Wassertemperaturen aktuell fehlt. In der nördlichen Ostsibirischen See hingegen gab es im Oktober 2025 mehr Packeis als im Vergleich zum Langzeitmittel (blaue Markierung)

Abbildung 5: Differenz der mittleren Eiskantenposition im Oktober 2025 im Vergleich zum Rekord-Minimumjahr 2012. Selbst im Oktober 2012 gab es in der nördlichen Barents- und Karasee mehr Packeis als im Oktober 2025.

In der Gesamtschau bleibt die Entwicklung des arktischen Meereises im Oktober 2025 eher unauffällig. Das Monatsmittel beträgt 6,62 Millionen Quadratkilometer und liegt in der Zeitreihe für den Monat Oktober über der langfristigen Trendlinie (Abbildung 6). Es reiht sich damit auf Platz 9 der kleinsten Monatsmittel der arktischen Meereisausdehnung ein. Sein Abstand zum Monatsmittel von Oktober 2020, dem bisherigen Negativrekordhalter, beträgt jedoch etwa 1,16 Millionen Quadratkilometer – eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Spanien.

Abbildung 6: Zeitreihe der mittleren Meereisausdehnung in der Arktis für den Monat Oktober. Die hellblaue Linie stellt den langfristigen Trend dar.

Expeditionsende: Das Meereis einen Sommer lang im Blick

Mit der Rückkehr des Forschungseisbrechers Polarstern nach Bremerhaven endete im Oktober eine außergewöhnliche Arktis-Expeditionssaison für die Forschenden der AWI-Sektion Meereisphysik. “Wir konnten zum ersten Mal vier Monate am Stück in der Meeresregion nordöstlich Grönlands verbringen und dabei beobachten, wie sich das Meereises über den Verlauf des Sommers verhält”, berichtet AWI-Meereisphysiker Dr. Marcel Nicolaus, der auf beiden Teilabschnitten der diesjährigen Polarstern-Arktis-Expedition an Bord war.

Beeindruckt hat ihn persönlich vor allem die Phase des Wiedergefrierens: “Wir hatten am Anfang zwar nur dünnes Neueis. Dieses war jedoch so dick, dass sich Unmengen Schnee darauf ansammeln konnten. Auf diese Weise entstand ein Brei aus Schnee und Eis, der selbst für den Forschungseisbrecher Polarstern eine Herausforderung darstellte”, erzählt der Meereisphysiker.

Das Problematische daran: Der Eisbrei ließ sich im Gegensatz zu Packeis nicht brechen. “Der Brei, den das Schiff vorn mit dem Bug auseinanderschob, schob sich wenig später hinten am Heck sofort wieder zusammen. Ein Vor- und Zurückfahren wurde unter diesen Bedingungen schwierig. Das heißt, wir sind häufiger mal in dieser Eis-Schnee-Matsche stecken geblieben”, berichtet Marcel Nicolaus.

Wissenschaftlich betrachtet, rückte auf der Sommerexpedition vor allem der starke Einfluss der Driftbewegung auf das Schicksal des Meereises in den Fokus. “Ich bin mir zum Beispiel ziemlich sicher, dass die große Eisscholle mit unserer Messstation 3 vom CONTRASTS-Teilabschnitt der Expedition nicht so stark zerfallen wäre, wenn sie im Verlauf des Sommers nicht so weit nach Osten getrieben und dabei in das Einflussgebiet der Transpolardrift gekommen wäre. So aber ist die Scholle in sieben Einzelteile zerbrochen, die anschließend innerhalb von vier Wochen etwa 140 Kilometer weit auseinandergetrieben sind”, sagt der Wissenschaftler.

Video 2: AWI-Meereisphysiker Marcel Nicolaus hat an beiden Fahrtabschnitten der Polarstern-Arktis-Expedition 2025 teilgenommen und somit gut vier Monate in der nördlichen Framstraße sowie im Meeresgebiet nordöstlich Grönlands verbracht. In diesem Video zeigt er, wie unterschiedlich das arktische Meereis im Laufe eines Sommers aussehen kann. (Video: Alfred-Wegener-Institut / Marcel Nicolaus)

Abbildung 7: Blick von der Polarstern-Brücke auf die unzähligen Bruchstücke der Eisschollen in der Eisrandzone, die zuvor die Eisregion 3 aus der CONTRASTS-Expedition ausgemacht haben. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Marcel Nicolaus)

Abbildung 8: AWI-Meereisforschende ziehen Meereisdicken-Messschlitten über das Eis nordöstlich Grönlands. Obwohl der zweite Teilabschnitt der Arktis-Expedition 2025 einen ozeanografischen Forschungsschwerpunkt hatte, waren auch Meereis-Fachleute an Bord. Sie nutzen jede Chance, zusätzliche Daten vom Eis und dem daraufliegenden Schnee zu sammeln. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Marcel Nicolaus)

Expert:innen des Meereisportals schreiben an der vierten Auflage des Fachbuches “Sea Ice” mit

Zufrieden schaut Marcel Nicolaus nicht nur auf die Expeditionsergebnisse, sondern auch auf die neu erschienene vierte Ausgabe des Fachbuch-Klassikers “Sea Ice”, die im August dieses Jahres erschienen ist (Abbildung 9). “Mehrere Wissenschaftler:innen aus der Meereisphysik und der Ozeanographie des Alfred-Wegener-Institutes haben diesmal ihre Expertise als Autor:innen eingebracht und es beeindruckt mich, wie vielfältig und interdisziplinär das Meereis in der Arktis und Antarktis mittlerweile erforscht und verstanden wird”, so der Ko-Autor. Außer ihm haben unter anderem  Meereisportal-Fachleute wie Prof. Stefanie Arndt, Dr. Gunnar Spreen, Prof. Christian Haas und Dr. Luisa von Albedyll an der neuen Ausgabe (Gesamtausgabe hinter Paywall) mitgeschrieben.

Abbildung 9: Das bekannte Fachbuch “Sea Ice” ist jetzt in seiner vierten Auflage erschienen und dafür grundlegend überarbeitet worden. Während die erste Auflage aus dem Jahr 2016 noch 11 Kapitel und 419 Seiten zählte, umfasst die neue, vierte Auflage mehr als das Doppelte – nämlich 24 Kapitel und 960 Seiten.

Arktische Hundsrobben stärker bedroht, weil ihr Lebensraum Meereis schwindet

Die abnehmende Meereisausbreitung und -dicke in der Arktis bedrohen immer stärker Tierarten, deren Überleben vom Packeis abhängt. Das bestätigt auch die aktualisierte Fassung der Liste weltweit gefährdeter Tier- und Pflanzenarten (Rote Liste). Sie wurde am 10. Oktober 2025 auf dem Weltnaturschutzkongress der Internationalen Union zum Schutz und Erhalt der Natur (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, IUCN) veröffentlicht.

Der neuen Liste zufolge hat die IUCN  den Gefährdungsstatus für drei arktische Hundsrobbenarten erhöht. Die Klappmütze (Cystophora cristata), bislang als “gefährdet“ eingestuft, wird nun als „stark gefährdet“ geführt. Die Bartrobbe (Erignathus barbatus) und die Sattelrobbe (Pagophilus groenlandicus) werden fortan als „potenziell gefährdet“ gelistet. Das heißt, sie wurden neu in die Liste aufgenommen.

“Die Robben in der Arktis sind auf das Meereis angewiesen, um ihre Jungen zu gebären und aufzuziehen, ihr Fell zu wechseln, sich auszuruhen und Zugang zu ihren Nahrungsgebieten zu erhalten. Das dünner werdende und verschwindende Meereis wirkt sich auch auf die Ernährungsgewohnheiten der Robben in der Arktis aus und macht die Arktis für Menschen leichter zugänglich, wodurch sich das Gesamtrisiko für diese Tierarten weiter erhöht“, heißt es in der offiziellen Pressemeldung der IUCN.

Abbildung 10: Die Bestände der bis zu 3 Meter langen arktischen Klappmütze (Cystophora cristata) gelten mittlerweile als “stark gefährdet” – auch weil die Art das Packeis zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen braucht. Foto: Hans Verdaat

Wie Eisalgen bei extremen Temperaturen im Meereis mobil bleiben

Im Meereis lebende Kieselalgen haben einzigartige Anpassungsmechanismen entwickelt, mit denen sie selbst bei extrem kalten Umgebungstemperaturen durch das Meereis wandern können. Forschende der US-amerikanischen Universität Stanford konnten in einer neuen Studie zeigen, dass die Eisalgen dazu nicht nur eisbindende Proteine herstellen, die ein Gefrieren oder Festfrieren der Algen im Meereis verhindern. Die Organismen produzieren auch einen speziellen Schleim, der sie selbst bei Temperaturen von minus 15 Grad Celsius durch die winzigen Solegänge des Meereises gleiten lässt (Abbildung 11). Kieselalgen aus wärmeren Meeresregionen hingegen können das nicht. Kommen sie in Kontakt mit Meereis, können sie sich nicht mehr eigenständig bewegen, weil ihnen der notwendige Halt auf dem glatten Untergrund fehlt. 

Eisalgen hingegen wandern – oder besser gesagt gleiten – eigenständig durch das Meereis, um Orte mit idealen Voraussetzungen für die Photosynthese zu finden. Dazu benötigen die Algen in erster Linie eine optimale Versorgung mit Licht und Nährstoffen sowie möglichst geringe Salzkonzentrationen. Bei ihren Wanderungen legen die Einzeller Berichten zufolge Strecken von 1,5 Zentimetern und mehr pro Tag zurück. Wie das dann aussieht, zeigen die Forschenden hier in verschiedenen Videos.

Abbildung 11: Diese schematische Darstellung veranschaulicht die Gleitbewegung einer im Meereis lebenden Kieselalge. Sie wird unter anderem durch einen auf Schleimfäden basierenden Verriegelungsmechanismus angetrieben. (Grafik: Q. Zhang et al. (2025), https://doi.org/10.1073/pnas.2423725122, CC BY-NC-ND)

Antarktis: Drittkleinste Oktober-Meereisausdehnung seit Beginn der Messungen

Die Meereisentwicklung in der Antarktis verlief im Oktober 2025 nahezu erwartungsgemäß. Nach einem vergleichsweise kleinen Wintermaximum im Vormonat September blieb die Kurve der Meereisausdehnung auch im ersten Frühlingsmonat des Jahres größtenteils unterhalb der Spannbreite aus Minima- und Maximawerten des Zeitraums 1981-2010 (Abbildung 12). Das Monatsmittel der Meereisausdehnung betrug 17,09 Millionen Quadratkilometer. Es entspricht der drittkleinsten jemals im Oktober gemessenen Meereisausdehnung und liegt deutlich unter der Trendlinie für diesen Monat (Abbildung 13).

Abbildung 12: Der Jahresgang der antarktischen Meereisausdehnung im Vergleich. Blau markiert ist die Kurve für 2025. Sie lag an den meisten Oktobertagen unterhalb der türkis-gefärbten Spannbreite der Minimum-Maximum-Werte aus dem Zeitraum 1981-2010. In Zahlen angegeben wird außerdem die Ausdehnung des antarktischen Meereises am 31. Oktober der ausgewählten Jahre.

Abbildung 13: Zeitreihe der mittleren Meereisausdehnung in der Antarktis für den Monat Oktober. Die hellblaue Linie stellt den langfristigen Trend dar.

“Unsere Eiskonzentrationskarten aus der Antarktis zeigen vor allem vor der Küste der Ostantarktis deutlich weniger Meereis als in der Vergangenheit. Gleiches können wir über die Bellingshausensee sagen”, sagt Klaus Grosfeld (Abbildung 14 & 15).

Weitergehende Aussagen seien auf der Grundlage von Eiskonzentrationskarten allein schwierig. Denn vor allem im Randbereich des antarktischen Meereises sind die Verteilung und Ausdehnung des Packeises größtenteils windgetrieben. Das heißt, sie unterliegen vielen natürlichen Schwankungen, die zum Beispiel auch beeinflussen, wie sich das Packeis verteilt. “Vor dem Amery-Schelfeises in der Ostantarktis beispielsweise wehten die Winde im Oktobermittel eher landeinwärts. Diese Windrichtung kann dazu beigetragen haben, dass das Packeis hier eng vor der Küste zusammengeschoben wurde. Im östlichen Teil des Weddellmeeres hingegen haben ablandige Winde die Eisschollen flächig auseinandergetrieben”, erläutert Klaus Grosfeld. (Abbildung 16) .

Abbildung 14: Differenz der mittleren Eiskantenposition im Oktober 2025 im Vergleich zum Langzeitmittel 2003-2014. Blau gekennzeichnet sind Meeresgebiete, in denen im Oktober 2025 mehr antarktisches Meereis existierte als im Vergleichszeitraum. Rot markierte Regionen hingegen wiesen weniger Meereis auf.

Abbildung 15: Differenz der mittleren Eiskantenposition im Oktober 2025 im Vergleich zum Oktober 2024. Blau gekennzeichnet sind Meeresgebiete, in denen im October 2025 mehr antarktisches Meereis existierte als im Vergleichszeitraum. Rot markierte Regionen hingegen wiesen weniger Meereis auf. Deutlich zu erkennen ist beispielsweise, dass im Oktober 2025 die Eiskante im östlichen Weddellmeer sowie im Sektor des Rossmeeres weiter Richtung Norden reichte als im gleichen Monat des Vorjahres.

Abbildung 16: Darstellung der gemittelten monatlichen Druckanomalien auf Meeresspiegelniveau in der Antarktis im Oktober 2025 im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971-2000. Die Pfeile auf der Karte zeigen die Windrichtung an. Ihre Länge ist proportional zur Windgeschwindigkeit. Die Karte lässt darauf schließen, dass starke auflandige Winde im Oktober 2025 das Meereis vor dem Amery-Schelfeis in der Ostantarktis an die Küste gedrückt haben. Im östlichen Weddellmeer hingegen haben ablandige Winde das Eis weit auf die offene See hinausgeschoben.

Kontakt

Dr. Marcel Nicolaus (AWI)

Dr. Klaus Grosfeld (AWI)

Dr. Renate Treffeisen (AWI)

 

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Autorin

Sina Löschke (Science Writer)

www.schneehohl.net