Pfannkucheneis so weit das Auge reicht

+++ Position 62° 58’ S, 00°00’ O +++ Endlich im Eis +++ Temperaturen von -20°C bis -25° C +++ trockene Luft, aber ein Windchill von bis zu -50°C +++ Sonnenuntergang: 14:23 +++
18. Juni

Die Meereisgrenze sollten wir eigentlich erst bei etwa 62° Süd erreichen, doch dann überraschte sie uns früher. Bei schönstem Sonnenschein gegen 10 Uhr am Montagvormittag ziehen die ersten Eispfannkuchen am Schiff vorbei.

„Das ist absolut einmalig“, sagt Gerhard Dieckmann. Am liebsten würde der Biologe und Eisexperte sofort eine Probe nehmen, doch ein wenig muss er sich noch gedulden. Auch Fahrtleiter Peter Lemke schaut staunend auf das im Sonnenlicht glitzernde Eismeer: „So habe ich das auf noch keiner Fahrt gesehen. Im Winter ist die Eisgrenze eigentlich grau und heftige Stürme begrüßen einen hier.“

Nach dem ersten Staunen, ruft die Arbeit. Da wir die Eisgrenze bei Tageslicht erreicht haben, wollen die Meereisphysiker so schnell wir möglich erste Lichtmessungen unter dem Eis machen. Auch Proben sollen genommen werden. Kurze Lagebesprechung mit Kapitän Uwe Pahl und dem 1. Offizier Steffen Spielke. Die Crew reagiert schnell und flexibel auf die Wünsche der Wissenschaftler. Das Zodiac wird startklar gemacht und der „Mummy Chair“ kann eingesetzt werden. Am Kran hängend wird er kurz über dem Eis positioniert, so dass die Forscher durch eine Luke im Boden, Proben nehmen können.

Die Pfannkucheneis-Felder verdichten sich über Nacht. Am Morgen ist die Eisfläche zwar noch dünn, aber schon sehr kompakt. Während der Kranzwasserschöpfer mit der CTD-Sonde auf über 5.000 Meter ins Südpolarmeer hinabgelassen wird, hält die 3. Offizierin Carola Rackete „Polarstern“ auf Position – bei einer Eisdrift von fast 1 Meile pro Stunde.

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