Auf See

+++ Position 40° 13’ S, 13° 26’ O  +++ 15° C Lufttemperatur +++ wolkig, nur leichter Seegang +++
08. Juni 2013

Das Postschiff nach St. Helena zieht im Hafen noch an uns vorbei, dann können wir auslaufen. Der Lotse, bei unserem Manöver eine junge, resolute und sehr freundliche Südafrikanerin, geht um 18:24 Uhr von Bord. In Kapstadt ist die Sonne bereits untergegangen. Den Tafelberg sehen wir nur noch als dunkle Silhouette während „Polarstern“ Fahrt aufnimmt. Die Küstenlinie Südafrikas funkelt in tausenden von Lichtern durch die Nacht.

Sonntag, unser erster Morgen auf See. Kapitän Uwe Pahl und seine Offiziere begrüßen die Wissenschaftler und geben eine erste Einweisung für das Leben und die Arbeit an Bord. Schiffsbesatzung und Wissenschaftler arbeiten bei jeder Expedition Hand in Hand.

Dann der Generalalarm – natürlich nur zur Probe: Sieben kurze und ein langer Signalton schallen durch die Bordlautsprecher. Jetzt heißt es schnell sein, die Rettungsweste schnappen und rasch aufs Heli-Deck. Sicherheitsoffizier Igor Hering hatte zuvor schon darauf hingewiesen, dass feste Schuhe und warme Kleidung Pflicht seien. So stehen wir bei schönstem Sonnenschein dick verpackt mit Mütze, Handschuhen, warmen Jacken und Rettungswesten auf dem Deck – für den Ernstfall gut gerüstet.

Bis zur ersten Station auf 55° Süd sind es noch etwa 4 Tage. Das CTD-Team arbeitet mit Hochdruck am Umbau des Kranzwasserschöpfers mit der CTD-Sonde. Sensoren, die vor unserer Fahrt noch beim Hersteller in Amerika neu kalibriert wurden, müssen jetzt hier an Bord eingebaut werden.

Emsiges Treiben unter Deck. Ladungsoffizier Felix Lauber im „Dauereinsatz“. 70 Tonnen Proviant und Ausrüstung, 12 Tonnen Stückgut und 8,5 Tonnen Gefahrengut hat „Polarstern“ in Kapstadt geladen. 6 Container müssen nun so aus- und umgeräumt werden, dass die Wissenschaftler an Geräte und Material kommen, um die Labore einzurichten und zusätzliche Messgeräte an Bord zu installieren.

Jeden Morgen treffen sich die sieben Arbeitsgruppen zum „wissenschaftlichen Meeting“ im Kinosaal. Alle fiebern der ersten Station entgegen. „Die Stimmung an Bord ist gut und nach dem Transit ins Arbeitsgebiet können wir dann am 14. Juni auch mit den ersten ozeanografischen Arbeiten beginnen. Das wird recht spannend, weil wir aus den Wintermonaten auf diesem Schnitt kaum Daten haben“, so Fahrtleiter Peter Lemke.

Die Bordwetterwarte sagt Windstärken von 6 bis 7 und Wellenhöhen von bis zu 3,5 Metern voraus – also gute Bedingung für einen reibungslosen Ablauf der geplanten Forschungsarbeiten.


CTD-Sonde: Messung von Temperatur, Salzgehalt und Sauerstoff
Die CTD-Sonde (Conductivity/Temperature/Depth) ist ein ozeanisches Messgerät, mit dem sich die Leitfähigkeit und die Temperatur des Wassers in Abhängigkeit von der Wassertiefe (Druck) bestimmen lassen. Anhand dieser Messgrößen können zum Beispiel der Salzgehalt, die Dichte und weitere Größen berechnet werden. Die Größen Temperatur, Salzgehalt und Dichte sind wichtig, um Wassermassen beschreiben zu können.

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