Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Glossar

SRES-Szenarien

Emissionsszenarien für den dritten und vierten IPCC-Report (2001 und 2007).

SRES-Szenarien sind Emissionsszenarien, die von Nakicenovic und Swart (2000) entwickelt wurden und die unter anderem als Basis für die Klimaprojektionen im dritten (2001) und vierten IPCC Bericht (2007) verwendet wurden.

Eine in der breiten Öffentlichkeit bekannte und gesellschaftlich wichtige Anwendung von Klimamodellen besteht in der Projektion des durch den Menschen verursachten Wandel des Klimas. Solche Klimaprojektionen sind die Resultate umfangreicher physikalisch-mathematischer Modellrechnungen mit Hilfe der im vorangegangenen Abschnitt beschriebenen Klimamodelle. Sie sind eine wichtige Methode in der Klimawissenschaft, jedoch mit Unsicherheiten verbunden. Klimaprojektionen sind keine exakten Darstellungen der klimatischen Verhältnisse, sondern verstehen sich lediglich als sogenannte plausible „Zukunftswelten“.

Neben der begrenzten Kenntnis des komplexen Klimasystems und der Unvollkommenheit der Klimamodelle ist vor allem unklar, wie sich die anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen in den nächsten Jahren entwickeln werden. Viele der in die Klimamodelle eingehenden Rahmenbedingungen, die im Zusammenhang mit dem anthropogenen Klimawandel stehen, wie beispielsweise das zukünftige Bevölkerungswachstum, die ökonomische, technologische und soziale Entwicklung oder der Ressourcenverbrauch, lassen sich nicht vorhersagen, sondern müssen geschätzt werden.

Grundlage für die zukünftige Entwicklung dieser Rahmenbedingungen sind die so­genannte Emissionsszenarien (SRES-Szenarien; Special Report on Emission Scenarios), die die Klimamodelle hinsichtlich der Konzentration von Treibhausgasen antreiben. Ein grundsätzlicher Unterschied der Szenarien liegt darin, ob sich die gesellschaftliche Entwicklung in Zukunft stärker an einer ökonomischen oder ökologischen Ausrichtung orientieren wird.

Sie wurden in dem dritten Sachstandsbericht des Weltklimarates vom 2001 („Third Assessment Report“) vorgestellt und wurden bis zum 4. Sachstandsbericht verwendet. Insgesamt wurden 40 SRES-Szenarien entwickelt, die je nach Annahme über die weitere Entwicklung der menschlichen Weltgesellschaft in vier "Familien" (A1, B1; A2, B2) gegliedert sind. Jedem dieser Szenarien liegt eine andere Vorstellung einer zukünftigen Welt zugrunde. Die globalen Klimamodelle werden meistens mit A1B, A2 und B1 gerechnet. Basierend auf den verschiedenen Szenarien werden unterschiedliche Änderungen des zukünftigen Klimas projiziert.

zurück