Vom Packen und Putzen auf Zick-Zack-Kurs

350 sm vor Kapstadt +++ 39° 20’ S, 16° 20’ O +++ +22°C, Sonnenschein, leichter Seegang +++
30. Januar 2015
(von Marcel Nicolaus)

Auf der Überfahrt von der Eiskante nach Kapstadt haben wir so einige Tiefdruckgebiete auf unserer Route angetroffen. Die damit verbundenen Stürme haben das Schiff auch gut in Bewegung versetzt, aber extreme Winde und Wellen sind uns zum Glück erspart geblieben. Dazu hat vor allem die ständig aktualisierte gute Wettervorhersage beigetragen – unserem „Wetter-Max“ sei Dank! Er hat gemeinsam mit dem Kapitän ständig unseren geplanten Kurs mit der Zuglinie der Tiefdruckgebiete verglichen, um so unseren Kurs bestmöglich anzupassen. Teilweise wären wir direkt in stark ausgeprägte Sturmtiefs hereingefahren, aber durch einen zusätzlichen „Haken“ in der Fahrtroute konnten wir Zeit gewinnen und sind erst später am entsprechenden Wegpunkt angekommen. Später heißt: nachdem sich der Sturm an dieser Stelle wieder abgeschwächt hat. Unter normalen Umständen wäre Polarstern einfach langsamer gefahren, das war jedoch durch unsere defekte Welle nur bedingt möglich. Als Ergebnis gibt es also den Zick-Zack-Kurs im offenen Wasser, über den sich vermutlich schon einige daheim gewundert haben.

Übermorgen laufen wir in Kapstadt ein, dann geht diese Reise für uns Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an Bord zu Ende. Die letzte Woche war, wie natürlich immer auf solchen Reisen, vom Packen und Aufräumen bestimmt. Hunderte Kisten und andere Packstücke müssen zunächst gepackt und dann in die entsprechenden Container gestaut werden. Besonders wichtig ist es aber, dass alles höchst genau dokumentiert wird. Zu jeder Kiste gehört eine Packliste, zu jedem Container eine Stauliste, zu allen Packstücken der Gruppe eine Frachtliste und besonders aufwendig wird es, wenn es sich um Gefahrgut handelt. Also haben wir tagelang gepackt und Listen geschrieben, diese wieder geändert und dann letztendlich in ihrer finalen Version dem Ladungsoffizier übergeben.

Nach dem Packen kam das Putzen. Nach neun Wochen, in denen alle Labore und Arbeitsräume mit all der Ausrüstung gefüllt waren, muss Polarstern natürlich wieder in den Ausgangszustand zurück versetzt werden. Aber inzwischen sind auch diese Arbeiten weitestgehend abgeschlossen und wir können die sommerlichen Temperaturen auf dem Weg nach Kapstadt genießen.

 

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