Krill und das letzte Eis

Südozean +++ 60°’14’ S, 00°12’ E +++ -1 °C, offenes Wasser +++
25. Januar 2015
(von Fokje Schaafsma, Übersetzung: Ina Lefering)

Im letzten losen Meereis haben wir noch einmal die Gelegenheit bekommen unsere Netze, SUIT und RMT, zu fahren. Wir haben uns sehr gefreut, da wir aufgrund des Zeitverlustes und unserer Routenänderung wenig Gelegenheit hatten unterm Meereis zu fischen.

Wir hatten schon vermutet viel Krill in dieser Gegend zu finden, da viele Wale gesichtet wurden und die Unterseite des Eises eine bräunliche Färbung zeigte. Krill ist Hauptnahrungsquelle für Wale und die braune Farbe des Eises ist ein Zeichen für erhöhtes Algenwachstum im Eis. Algen sind wiederum eine wichtige Nahrungsquelle für Krill. Und tatsächlich, in unserem ersten Fang nahe der Meereiskante haben wir über 6.000 Krill gezählt. Das ist mehr als genug, um daraus viele Proben für die Analyse zuhause zu nehmen. Wir interessieren uns zum Beispiel für den Mageninhalt des Krills und messen dessen Energiegehalt, man könnte es mit Kalorienzählen vergleichen. Neben Krill hatten wir außerdem viele Amphipoden in unserem Netz. Amphipoden sind eine andere Krustentier-Art (crustacea), die wir regelmäßig auf dieser Fahrt gefangen haben. Im zweiten Fangdurchgang unter dem Meereis haben wir sogar noch mehr Krill gefangen als beim ersten Mal: mehr als 11.000 Tiere.

Zuvor hatten wir bereits auf allen Eisstationen Eiskerne gezogen. Diese wurden langsam im Kühlcontainer – unserem frostigsten Arbeitsplatz an Bord – gelagert, bis sie vollständig geschmolzen waren. Die Kerne werden selbst beim Schmelzen noch gekühlt, um sicherzustellen, dass der Temperaturunterschied zur Außentemperatur nicht zu groß ist. Nachdem die Kerne geschmolzen waren, haben wir das entstandene Wasser durch einen feinen Filter gefiltert. Algen und andere Lebewesen, die im Eis leben, bleiben im Filter zurück und werden ebenfalls zur genaueren Untersuchung mit nach hause genommen. Insgesamt haben wir sehr viele Stunden mit der Filtration im Kühlcontainer zugebracht. Aber nun ist der letzte Kern geschmolzen und bearbeitet und der Kühlcontainer ist nun auch offiziell eisfrei.

Diese Woche haben wir noch ein letztes Mal mit dem SUIT im offenen Wasser gefischt. Inzwischen haben wir nun leider angefangen alles einzupacken und uns auf die Heimreise vorzubereiten.

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