Unser „Vogel“ fliegt

+++ 68° 39’ S, 00° 03’ O +++ -5.4°C, bewölkt +++ 21. Dez. 2014
21. Dezember 2014
(von Sandra Schwegmann)

Es hat ein paar Tage gedauert, aber endlich ist unser EM-Bird MAiSIE (engl. Bird = Vogel) voll einsatzfähig und das Wetter hat sich soweit verbessert, dass wir Flugerlaubnis bekommen. Die Wettersituation ist eine der wichtigsten Voraussetzungen um überhaupt einen Messflug durchführen zu können. In unserem Fall kommt es besonders auf gute Kontraste an. Diese sind nicht immer leicht zu bekommen, denn bei Bewölkung verschmelzen die Wolken in der Ferne gerne mit dem Meereis; der Horizont ist nur allzu oft nicht mehr klar erkennbar. Aber so nicht heute, heute sind die Bedingungen gut.

Ein bisschen aufgeregt sind wir schon, fragen uns, ob nun alles gut funktionieren wird mit unserer MAiSIE und wir unseren 2-stündigen Flug vollständig abschließen können. Dann gehen die Rotoren des Helikopters an, das Programm läuft vorerst einwandfrei. Wir heben ab und starten zu unserem ersten Messflug auf dieser Reise. Während des Fluges beobachten wir die Daten auf unserem Computer sehr aufmerksam, vor allem die des Höhenmessers. Obwohl der Helikopter in 35 m Höhe fliegt, befindet sich der EM-Bird nur etwa 10-15 m über dem Eis. Damit das auch während der vollen 2 Stunden so bleibt, müssen sowohl der Pilot als auch wir Wissenschaftler ständig konzentriert auf die Höhen achten. Presseisrücken können zum Beispiel mehrere Meter über das ebene Eis hinausragen, und dort gilt es dann die Flughöhe entsprechend anzupassen. Kurze „Pausen“ liefern in der Zeit nur die Kalibrationsmessungen, die alle 10 Minuten in einer Höhe von 150 m stattfinden. Am Ende des Fluges sind wir vollends zufrieden, das System läuft ohne Probleme.

Der Flug Richtung Süden hat  auch die Herzen von uns Meereisphysikern höher schlagen lassen, das Meereis verdichtet sich, die Schollen werden größer. Das bedeutet, dass die erste Eisstation kurz bevor steht.

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