Mit Siri und MAiSIE unter und über der perfekten Eisscholle

Im Eis +++ 63° S, 0° W +++ -3°C, Schneeschauer, ein Meter dickes Meereis +++

16. Dezember 2014
(von Stefanie Arndt)

Umgeben von kleinen und großen, dicken und dünnen, beschneiten und weniger beschneiten Eisschollen machen wir uns weiter auf den Weg in Richtung Süden. Eins haben alle Schollen gemein: Sie sind nur einige Quadratmeter groß und damit zu klein, um darauf arbeiten zu können. Zeit für uns sechs Meereisphysiker Bord unsere spätere Arbeit auf und um die perfekte Eisscholle vorzubereiten.

Im Mittelpunkt stehen dabei unsere beiden außergewöhnlichsten Gruppen-Mitglieder: Siri und MAiSIE. Siri ist ein kleines ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (Remotely Operated Vehicle, ROV), das mit seinen Sensoren die Menge an Sonnenlicht misst, die durch das Meereis bis in den Ozean vordringt. Daraus können dann Rückschlüsse auf die optischen Eigenschaften und die Besiedelung des Meereises durch Algen gezogen werden. Auf dem Meereis wird Siri über die Schollenkante zu Wasser gelassen und aus unserem neu gebauten ROV-Kontrollstand gesteuert. Die Hütte wird komplett ausgerüstet vom Schiff per Heli auf die Scholle geflogen. Das wirkliche Fliegen überlassen wir dann aber jemand anderem: MAiSIE (Multi sensor Airborne Sea Ice Explorer), unserem EM-Bird. Sie wird wie ein Torpedo unter dem Helikopter in zehn Metern Höhe über die Eisschollen hinweg geschleppt und bestimmt dabei mit Hilfe elektromagnetischer Induktion die Dicke des Meereises. Aber nicht nur Siri und MAiSIE wollen startklar sein, auch alles andere muss gut vorbereitet werden: Bohrgestänge geputzt, Bojen an Deck getestet, Lupen für die Schneekristall-Bestimmung geputzt und Unmengen an Akkus geladen.

Wenn dann die perfekte Scholle kommt (hoffentlich am Donnerstag bei schönstem Sonnenschein) – was tun? Wann gehe ich auf das Eis? Was sind meine Aufgaben auf der Scholle? Brauche ich von jemand anderem Hilfe? Wie lange dauern meine Messungen? All das muss für einen reibungslosen Ablauf für jeden von uns klar sein, auch für Siri und MAiSIE. Nach zwei Wochen Vorbereitungen steht nun ein Plan, inklusive gedanklich fertig gepackter Schlitten. Und natürlich die große Vorfreude von uns allen: 6 Meereisphysiker, Siri, MAiSIE. Vielleicht treffen wir dort dann auch wieder auf einige der Pinguine, die uns nun seit mehreren Tagen durchs Eis begleiten.

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