Auf zum Meeting – Wie Chemiker, Geologen, Physiker und Biologen ihre Messprogramme koordinieren

Quelle: blogs.helmholtz.de/polarstern/

26. Mai 2015
von Fokje Schaafsma, Hauke Flores and Anna Nikolopoulos

„Um neun ist Eis-Meeting und um eins ist Schlamm-Meeting…“.
Neben allen anderen Vorbereitungen gibt es eine Menge Dinge zu planen und zu diskutieren. Unterschiedliche Gruppen untersuchen verschiedene Dinge und alle müssen in den kommenden Wochen ihre Proben nehmen. Dabei können wir nicht alle zur selben Zeit arbeiten, so dass wir die praktischen Anläufe planen müssen. Für einige Messungen muss die Polarstern auf einer Station liegen bleiben, aber wenn wir beispielsweise fischen wollen, muss das Schiff fahren.

Andererseits brauchen viele Leute denselben Probentyp wie Wasser- oder Eisproben, obwohl sie ganz unterschiedliche Forschungsinteressen haben. Also ist es notwendig, die Logistik so zu planen, dass wir uns gegenseitig unterstützen, Proben und Zeit teilen und doppelte Arbeit vermeiden. Das ist deshalb so wichtig, weil unsere Expeditionszeit kurz ist und wir alle so viele Proben wie möglich nehmen wollen – denn es kann die einzige Möglichkeit sein an diese heranzukommen.

Es gibt eine große Themenvielfalt auf unserer Expedition. So geben uns die Meetings die Möglichkeit zu lernen, was die anderen Gruppen an Bord untersuchen. Schließlich haben sich viele Expeditionsteilnehmer vorher noch nie getroffen. Chemiker lernen etwas über die Methoden der Geologen, während die Physiker ihre Interessen mit jenen der Biologen kombinieren. Einige untersuchen das Eis im Kilometer-Bereich, während sich andere lediglich für die untersten zehn Zentimeter des Eises interessieren. Manche benötigen für ihre Analysen hunderte von Litern Meerwasser, ihre Kollegen erfreuen sich an einer Kaffeetasse voll Wasser. Hintergrund für die variierenden Untersuchungsmethoden sind die unterschiedlichsten Skalen, auf denen wir arbeiten. Eisdrift und Ozeanströmungen sind beispielsweise großskalige Prozesse, die potentielle den gesamten Arktischen Ozean betreffen und darüber hinaus reichen. Aber stellen Sie sich vor, Sie sind ein Einzeller, so klein, dass er für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, und leben im arktischen Meereis. Ihre Welt wäre dann vermutlich sogar noch kleiner, als die unteren zehn Zentimeter des Meereises, die wir beproben.

Klein- und großskalige Prozesse, Organismen und ihre Umwelt – alles ist letztlich miteinander verbunden. Daher müssen wir alles zusammenbringen, auch wenn wir unterschiedliche persönliche Forschungsinteressen haben. Eine gute Gelegenheit um neue Ideen zu entwickeln ist es, wenn die Arbeiten der verschiedenen Gruppen diskutiert werden. Beispielsweise in einem Meeting!

Impressionen