Arktisches Meereis weiter auf dem Rückzug

26. September 2022
„Auch wenn dieser Sommer keine neuen Rekorde in der Arktis gebrochen hat, so bleibt die Eisbedeckung im langjährigen Vergleich sehr niedrig und wir gehen davon aus, dass sich der langfristige Meereisrückzug fortsetzen wird. Dieser Sommer zeigt einmal mehr, dass die Meereisbedeckung durch langfristige Trends und kurzfristige, starke Jahr-zu-Jahr Schwankungen charakterisiert ist, die durch den Einfluss von Wetter und Meeresströmungen verursacht werden“., fasst Prof. Christian Haas, Leiter der Sektion Meereisphysik am AWI die Schmelzsaison 2022 zusammen. „Diese Schwankungen sind weiterhin schwer vorherzusagen und erfordern umfangreichere systematische und kontinuierliche Beobachtungen und bessere Klimamodelle“, ergänzt sein Kollege Dr. Gunnar Spreen von der Universität Bremen. Lesen Sie hier mehr…

Am Ende eines arktischen Sommers

19. September 2022

Während die Sonne immer tiefer am Horizont steht, sinken die Lufttemperaturen über dem zentralen Arktischen Ozean auf Werte nahe dem Gefrierpunkt. Der weitere Rückzug der Eisdecke wird weitgehend von den Meerestemperaturen und den Windmustern abhängen, die das Eis entweder verdichten oder ausbreiten können. Da sich der Sommer dem Ende zuneigt, beginnt die Oberfläche des Eises im zentralen Arktischen Ozean wieder zu gefrieren. Der verbleibende Verlust an Meereis wird größtenteils durch das Schmelzen innerhalb der Randzone des Meereises durch die im Ozean gespeicherte Wärme dominiert werden. Lesen Sie hier mehr ...

Arktische Eisdicken in der Framstraße und nördlich von Grönland im Sommer 2022: Erste Ergebnisse der IceBird Flugzeugkampagne

7. September 2022
Der Sommer in der Arktis neigt sich dem Ende entgegen und im Monat September wird die Meereisdecke in der Arktis ihre geringste Ausdehnung des Jahres erreichen, das sogenannte September Minimum. Während sich die Fläche der arktischen Meereisdecke relativ einfach per Satellit bestimmen lässt, ist die Bestimmung der Dicke des Meereises aus dem Weltall zumindest im Sommer auf Grund der schmelzenden Eisoberfläche schwierig und fehlerbehaftet. Daher versucht das Alfred Wegener Institute für Polar- und Meereisforschung seit vielen Jahren versucht, die fehlenden Satellitendaten zur Eisdicke im Sommer durch direkte Messungen durch das Meereisüberwachungsprogramm mit dem Namen IceBird zu kompensieren. Lesen Sie hier mehr ...

Kartenprodukt „Mehrjähriges Eis“ nun auch für Antarktis abrufbar!

15. August 2022
Bereits seit 2019 hat sich die Arbeitsgruppe „Fernerkundung der polaren Regionen“ am Institut für Umweltphysik der Universität Bremen mit der Entwicklung und Implementierung des Auswertealgorithmus zur Eistypenbestimmung beschäftigt. Resultat war ein Kartenprodukt, das „Mehrjähriges Eis“ in der Arktis detektiert und in einer flächenhaften Darstellung als Konzentration darstellt. So können Flächen des Meereises auch einem Eisalter zugeordnet werden und somit Aussagen zur dynamischen Entwicklung abgeleitet werden. Dieses Kartenprodukt „Mehrjähriges Eis“ ist nun auch für Antarktis abrufbar. Lesen Sie hier mehr…

Sea Ice Outlook Bericht für den Monat Juni 2022

20. Juli 2022
Mit dem Monat Juni ist auch die erste Vorhersage des sogenannten Sea Ice Outlook (SIO) des internationalen Sea Ice Prediction Network 2 veröffentlicht worden. Diese, seit mehr als zehn Jahren laufende gemeinsame Bemühung der Wissenschaftsgemeinschaft, hat sich zum Ziel gemacht, alle zur Verfügung stehenden Daten und Beobachtungen zusammenzufassen, um Interessensgruppen und die Öffentlichkeit mit den bestverfügbaren Informationen über die Entwicklung des arktischen Meereises zu versorgen. Der für dieses Jahr prognostizierte Medianwert für die panarktische Meereisausdehnung im September beträgt demnach 4,57 Millionen Quadratkilometer mit Quartilen von 4,34 und 4,90 Millionen Quadratkilometern. Dieser Wert liegt über dem vom SIO zum selben Zeitpunkt prognostizierten Wert der Meereisausdehnung im September für die letzten drei Jahre (2019-2021). Lesen Sie hier mehr ...

Meereisausdehnung im Juni in der Antarktis auf monatlichem Tiefststand seit 1979

18. Juli 2022
Der Monat Juni ist in beiden Polarregionen durch starke Veränderungen hinsichtlich der Eisausdehnung geprägt. In der Arktis nimmt der Einfluss der solaren Einstrahlung stetig zu bis am 21. Juni der Polartag nördlich des Polarkreises beginnt und die Sonne für viele Wochen nicht mehr unter den Horizont sinkt. In der Antarktis setzt die Polarnacht ein und die Sonne ist in vielen Gebieten südlich des Wendekreises nicht mehr zu sehen. In der Arktis beginnt die Phase der stärksten Eisschmelze, während der Packeisgürtel in der Antarktis stetig anwächst. Lesen Sie hier mehr ...

Saisonale Langzeitmittel der Eisausdehnung in beiden Polargebieten unterschritten

23. Juni 2022
Während wir uns in Deutschland langsam auf den Sommer zu bewegen, werden auch die Tage in der Arktis länger und somit die Sonneneinstrahlung stärker, die das Schmelzen von Meereis zum größten Teil bestimmt. In der Antarktis wächst in dieser Zeit der Packeisgürtel hingegen stetig an. In beiden Hemisphären stellt sich in diesem Jahr in der Betrachtung der bisherigen Entwicklung der Eisausdehnung ein deutlicher Verlauf unterhalb des langjährigen Mittels ein. Die weitere Entwicklung der Meereisausdehnung in beiden Hemisphären hängt von vielen Faktoren ab und es lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhersagen, wie sie sich im Verlauf des Jahres einstellen wird. Lesen Sie mehr hier…

„Meereisbiologie“: neuer Wissensbereich in meereisportal.de

31. März 2022
Das Meereis der Arktis und Antarktis ist ein einzigartiger Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen, die auf der Oberfläche des Eises, im Inneren in Salzlaugenkanälen oder an der Eisunterseite in der Grenzschicht zwischen Eis und Wasser vorkommen. Pflanzen und Tiere, die hier leben, müssen an dieses raue Klima besonders angepasst sein. Zu den Bewohnern der Arktis und Antarktis zählen winzige Organismen wie Bakterien oder Mikroalgen bis hin zu Pinguinen und Eisbären. Manche Arten wohnen auf dem Meereis, andere am Rande der Meereisflächen, unter oder im Eis. Darüber hinaus ist das Meereis für viele marine Vogelarten ein wichtiger Lebensraum. Mit der Erweiterung des Angebots im Bereich „MeereisWissen“ von meereisportal.de wird ein bereits lang an das Team herangetragener Wunsch realisiert, die physikalische Welt und das Klimawissen rund um das Meereis um den wichtigen Bereich Meereisbiologie zu ergänzen. Denn beide Wissensfelder sind unabdingbar, will man sich den Fragen des Klimawandels in diesem einzigartigen und hoch spezialisierten Ökosystem stellen. Lesen Sie hier mehr …

Rekordminimum der antarktischen Meereisbedeckung im Februar 2022

8. März 2022
Satellitenmessungen am 21. Februar 2022 haben mit 2,27 Millionen km2 das absolute Rekordminimum der antarktischen Meereisbedeckung seit Beginn der kontinuierlichen Satellitenbeobachtungen im Jahr 1979 gezeigt. Dieser Wert lag wenige tausend Quadratkilometer unterhalb des bisherigen Tiefstwertes aus dem Jahr 1997. Auch das Monatsmittel der Eisausdehnung für den gesamten Februar erreichte mit 2,4 Millionen km² einen historischen Tiefstwert. Dieses Minimum resultiert aus sehr geringen Bedeckungen in allen Teilregionen der Antarktis, insbesondere durch eine geringe Eisbedeckung im Weddell- und Rossmeer. Wie sind diese Beobachtungen in die allgemeine klimatologische Entwicklung einzuordnen? Lesen Sie hier mehr...

Teil 3: Wissenschaftliche Ergebnisse verknüpfen: MOSAiC-Ergebnisse zur arktischen Atmosphäre, Eis und Ozean veröffentlicht

17. Februar 2022
Teil 3: Atmosphärische Parameter und Prozesse, die während MOSAiC beobachtet wurden

Dem MOSAiC ATMO (Atmosphären)-Team ist es gelungen, Beobachtungen relevanter atmosphärischen Eigenschaften, Prozessen und Interaktionen für den ganzen Jahreszyklus während einer Drift mit dem Meereis durch den zentralen Arktischen Ozean vom Oktober 2019 bis September 2020 zu machen. Das breit gefächerte, internationale Forscherteam hat ein umfassendes Programm für die Beobachtung und Bestimmung sämtlicher Aspekte des arktischen Atmosphärensystems in einem einmaligen Detailreichtum konzipiert und durchgeführt. Ralf Jaiser vom AWI Potsdam beschreibt die Bedeutung der MOSAiC-bezogenen Forschung, auch jenseits der Arktis, wie folgt: „Die Arktis ist im globalen Klimasystem eingebettet. Somit versetzt uns ein besseres Verständnis von arktischen Prozessen in die Lage, bessere Vorhersagen und Prognosen für das Klimasystem weltweit zu erstellen.“ Lesen Sie hier mehr…

Teil 2: Wissenschaftliche Ergebnisse verknüpfen:

MOSAiC-Ergebnisse zur arktischen Atmosphäre, Eis und Ozean veröffentlicht

Teil 2: Was im Arktischen Ozean unter dem Meereis passiert: Jahreszeitenwechsel, Regionalität, Wirbel und Vermischung während eines ganzen MOSAiC Jahres

Eine Zusammenfassung der Arbeit des Teams für physikalische Ozeanographie, „Team OCEAN“, wurde kürzlich in der Zeitschrift Elementa veröffentlicht. Wie für die gesamte MOSAiC-Expedition war der OCEAN-Teil wahrscheinlich die umfassendste Reihe physikalischer ozeanographischer Messungen, die jemals auf und um eine treibende Eisscholle im eisbedeckten Arktischen Ozean durchgeführt wurden. Das Beobachtungsprogramm des Team OCEAN zielte darauf ab, einmal wöchentlich den Grundzustand des Ozeans, also z. B. Temperatur und Salzgehalt, über die gesamte Wassersäule und täglich von der oberen Wassersäule bis hinunter ins warme Atlantikwasser zu messen. Lesen Sie hier mehr ...

Wissenschaftliche Ergebnisse verknüpfen: MOSAiC-Ergebnisse zur arktischen Atmosphäre, Eis und Ozean veröffentlicht

10. Februar 2022
Teil 1: Neue Perspektiven auf Schnee- und Meereiseigenschaften und -prozesse

Vor anderthalb Jahren kam die einmalige MOSAiC (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate)-Expedition und ihre jahrlange Drift durch die Zentralarktis zu Ende. Mit Unmengen an Daten, Begeisterung und neuen Ergebnissen kehrten die beteiligten Forscher*innen zu ihren Heimatinstituten zurück, um die Daten auszuwerten und erste zusammenfassende Schlüsse zu formulieren. Inzwischen sind drei Papers zum Thema Eis-, Atmosphären- und Meeresforschung veröffentlicht worden. Sie bieten Einblicke in eine sich rasant ändernde Welt, die zugleich faszinierend und alarmierend ist. Lesen Sie hier mehr ...

MOSAiC: Ein Booster für die Forschung zum Einfluss der Arktis auf unser Wetter

3. Februar 2022
Vor fast zehn Jahren äußerten Polarforschende erstmals den Verdacht, dass der drastische Rückgang des Meereises in der Arktis direkte Auswirkungen auf das Wetter in den mittleren Breiten haben könnte. Die Potsdamer AWI-Atmosphärenforscherinnen Dr. Dörthe Handorf und Dr. Annette Rinke suchen seitdem nach stichhaltigen Beweisen für Wechselwirkungen zwischen Meereis, den polaren Luftmassenströmungen und unserem Wetter in Mitteleuropa. Damit dies gelingt, müssen die Physikerinnen jedoch nicht nur das Zusammenspiel zwischen Eis, Ozean und Atmosphäre besser verstehen. Sie stehen zudem vor der Aufgabe, jedes neue Detail in ihre Klimamodelle einzubauen. Eine Arbeit, die dank der vielen MOSAiC-Messungen jetzt richtig Fahrt aufnimmt, wie die beiden Wissenschaftlerinnen im Interview berichten. Lesen Sie hier mehr...

Mehr als die Summe seiner Teile: Luftgestützte, multi-instrumentelle Meereisbeobachtungen

24. Januar 2022
Satellitenaltimeter messen, wie weit die Meereisoberfläche über dem Meeresspiegel schwimmt. Dieser Parameter wird als Freibord bezeichnet und in die Meereisdicke umgerechnet. Für diese Berechnungen sind jedoch Informationen darüber erforderlich, wie viel Schnee sich auf der Meereisschicht befindet und wie hoch die Dichte des Meereises ist. Die genaue Messung der Meereisdichte ist jedoch schwierig und erfordert traditionell das Ziehen von Kernen oder Herausschneiden von Eisstücken zur direkten Analyse der Eisdichte, weshalb diese Beobachtungen nur spärlich vorhanden sind. Die in unserer kürzlich veröffentlichten Studie vorgestellten luftgestützten Daten sind nun der erste Schritt, um dieses Problem anzugehen. Lesen Sie hier mehr ….

Der lange Atem der Grenzschichtphysiker

19. Januar 2022
Klimamodelle zu verbessern, ist definitiv keine Aufgabe für Menschen, die schnellen Erfolgen hinterherjagen. Stattdessen braucht es Hartnäckigkeit, Detailverliebtheit und eine ungemeine Ausdauer, wie die Ergebnisse eines deutsch-russischen Kooperationsprojektes jetzt zeigen. Forschenden des Alfred-Wegener-Institutes und ihren russischen Kollegen ist es darin gelungen, das regionale AWI-Klimamodell für die Arktis entscheidend zu optimieren – mit vereinfachten Gleichungen für die Berechnung von Wärme- und Impulsflüssen in der sogenannten Grenzschicht. Lesen Sie hier mehr...