Meereis-Minimum: Anhaltend niedriger Luftdruck bremst den Eisrückgang in der Arktis

16. September 2021
Im September endet die sommerliche Meereisschmelze in der Arktis. Das heißt, die Meereisdecke erreicht an einem bestimmten Tag des Monats ihre geringste Ausdehnung des Jahres und beginnt im Anschluss wieder zu wachsen, weil das Oberflächenwasser aufs Neue gefriert. Polar- und Klimaforschende aus aller Welt beobachten mit großem Interesse, wie viel Meereis in jedem Jahr den Sommer übersteht. In diesem Jahr hat die Sommerwärme dem arktischen Meereis etwas verhaltener zugesetzt als in den zurückliegenden fünf Jahren. Bis zum derzeitigen Ende der Schmelzsaison am 12. September 2021 schrumpfte die arktische Meereisdecke auf eine Gesamtfläche von 4,81 Millionen Quadratkilometer. Das waren 1,54 Millionen Quadratkilometer mehr als im bisherigen Negativrekord-Jahr 2012. Damals erfassten die Forschungssatelliten eine Restfläche von 3,27 Millionen Quadratkilometern. Das arktische Meereisminimum 2021 reiht sich somit auf Platz 12 der Negativliste für die Absolutwerte ein. Lesen Sie hier mehr...

IceBird Sommer 2021 – Erste Ergebnisse der Meereisdickenmessungen nordöstlich von Grönland

15. September 2021
Nach zwei Jahren Pause konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in diesem Jahr nach Station Nord im Nordosten Grönlands zurückkehren, um ihre jährlichen Meereismessungen nördlich von Grönland und über der Framstraße wieder aufzunehmen. Die Messkampagne MELTEX/IceBird 2021 mit dem Polarflugzeug Polar 6 bestand aus zwei Teilen mit unterschiedlichem wissenschaftlichen Fokus. Ziel von MELTEX (27.07. - 10.08.2021) war die Erfassung des räumlichen Bedeckungsgrades von Schmelztümpeln auf den Eisschollen und die Beobachtung der Größenverteilung und Tiefe der Tümpel in Abhängigkeit von der Topographie der Schollen. Der Fokus der IceBird Sommer Kampagne (14.08. - 01.09.2021) lag darauf, die langjährige Zeitserie der Eisdicke am südlichen Ende der Transpolardrift fortzuführen.  Lesen Sie hier mehr...

Sea Ice Outlook Bericht für den Monat August 2021

09. September 2021
In diesem Monat wird das Meereisminimum in der Arktis erreicht.  Der August Ausblick des Internationalen Sea Ice Prediction Network SIPN, der sogenannte Sea Ice Outlook, prognostiziert als Medianwert für die Meereisausdehnung im September 2021 einen Wert von 4,39 Millionen km2, mit Quartilen von 4,1 und 4,5 Millionen km2. Der Outlook basiert auf insgesamt 45 Vorhersagen, von denen 32 neue August Vorhersagen sind, während sechs vom Juli und sieben vom Juni Ausblick übernommen wurden. Der Median der August Beiträge ist etwas größer als der vom Juli (4,36 Millionen km2) und Juni (4,37 Millionen km2) und auch höher als die Mediane der Augustausblicke 2020 (4,30 Millionen km2) und 2019 (4,22 Millionen km2), jedoch niedriger als der Medianwert 2018 (4,57 Millionen km2). Lesen Sie hier mehr...

Die MOSAiC-Drift-Expedition aus der Satellitenperspektive: Analyse der Meereisbedingungen entlang der Drift Route und ein Vergleich mit früheren Jahren

30. August 2021
Vor rund 2 Jahren, am 4. Oktober 2019, ließ sich der Forschungseisbrecher Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung an einer großen Eisscholle nördlich der Laptewsee einfrieren. Mit an Bord waren Wissenschaftlerinnen und WIssenschaftler aus 16 verschiedenen Nationen, die sich auf eine einjährige Reise entlang der Transpolar Drift in Richtung Framstraße begaben. Eine gerade erschienene Studie in The Cryosphere hat nun einen Teil dieser Satellitendaten, die entlang der MOSAiC Drift aufgenommen wurden, ausgewertet. Lesen Sie hier mehr...

Ruhige Meereisentwicklung in der Arktis

19. August 2021
Die Geschwindigkeit des arktischen Meereisverlustes war über weite Teile des Monats Juli eher langsam, was die Aussichten auf die Erreichung eines neuen Rekordtiefs der Mindestaus-dehnung im September dieses Jahres aktuell senkt. Der saisonale Rückgang der arktischen Meereisausdehnung war in der ersten Juliwoche recht schnell, verlangsamte sich aber im weiteren Verlauf des Monats. Die Lufttemperaturen auf dem 925-Millibar-Niveau lagen über fast dem gesamten Arktischen Ozean innerhalb von etwa 2ºC über dem langjährigen Durchschnitt. Lesen Sie hier mehr ...

Sea Ice Outlook Bericht für den Monat Juni 2021

9. August 2021
Der Sea Ice Outlook (SIO) für Juni 2021 erhielt insgesamt 38 Beiträge zur Vorhersage der Meereisausdehnung für September 2021, welche mit unterschiedlichen Methoden untersucht wurde. Der diesjährige prognostizierte Median beträgt 4,37 Millionen km2 mit Quartilien von 4,07 und 4,61 Millionen km2. Diese Zahl ist größer als die vom SIO im Jahr 2020 vorhergesagten 4,33 Millionen km2, aber geringer als der Wert von 4,40 Millionen km2 im Jahr 2019 und 4,6 Millionen km2 im Jahr 2018. Neun Beiträge projizierten die Meereisausdehnung im September 2021 auf weniger als vier Million km2 und zwei prognostizierten eine Meereisausdehnung von über fünf Millionen km2. Auch in diesem Jahr ist der Median der dynamischen Modelle der niedrigste aller Methoden. Keine der Prognosen sagte ein neues Rekordtief voraus (d. h. unter 3,57 Millionen km2, gemessen in 2012). Lesen Sie hier mehr...

Meereis in der Arktis auf moderatem Rückzugskurs

4. August 2021
Nachdem im Monat Juni ein eher moderater Eisrückgang in der Arktis zu verzeichnen war, begann der Monat Juli mit einer kurzzeitigen verstärkten Schmelzphase. Das bereits im Monat Mai vorherrschende Tiefdruckgebiet über der zentralen Arktis hat sich im Juni weiter über den gesamten Arktischen Ozean ausgebreitet und erreichte mit mehr als 10 hPa unter dem langjährigen Mittel einen besonders niedrigen Wert. Ausgeprägter niedriger Luftdruck über der Arktis steht in Verbindung mit der positiven Phase der Arktischen Zirkulation und hat damit weiträumige Auswirkungen auf die atmosphärischen Zirkulationsmuster und damit auf die Klimavariabilität. Diese Wettersituation war ausschlaggebend für die Hitzewellen und Waldbrände in Nordamerika und die Unwetter und Starkregenereignisse in Westdeutschland und den Nachbarländern, die die verheerenden Überschwemmungen und Zerstörungen verursacht haben. Lesen Sie hier mehr ...

Meereissituation im Weddellmeer

Ein Expeditionsbericht von Dr. Stefanie Arndt

5. Juli 2021
Während das arktische Meereis immer weiter abnimmt, zeigt ein Blick gen Südozean ein anderes Bild: Die Meereisausdehnung nahm in den vergangenen Jahren und Dekaden leicht zu – wenn auch klar erkennbar mit deutlichen zwischenjährlichen Schwankungen und großen regionalen Unterschieden. Die Eissituation im Südozean zu untersuchen war ein Ziel der zu Beginn des Jahres durchgeführten 124. Polarstern-Expedition (PS124). Ein wichtiges Ergebnis, dass es tatsächlich kaum Unterschiede zu den Messungen der letzten Jahre gab! Lesen Sie hier mehr...

Der Übergang vom Frühjahr zum Sommer in der Arktis zeigt durchschnittliche Entwicklungen

22. Juni 2021
Das Meereis in der Arktis entwickelte sich im Monat Mai auf durchschnittlichem Niveau der letzten Jahre. Erst zum Ende des Monats hin hat die Eisausdehnung in der Arktis stärker abgenommen und unterschritt den Wert der zweifachen Standardabweichung der Periode 1981 – 2010. In diesen Tagen wurde die Sommersonnenwende auf der Nordhalbkugel erreicht und der Sommer zeigt auch in der Arktis seine größte Wirkung. Die kommenden Monate werden dann entscheidend dafür sein, wie das Schmelzen in der Arktis voranschreitet und sich das Meereis zurückzieht. Lesen Sie hier mehr ...

Die MOSAiC-Expedition im Zeitraffer – Schiffsradaraufnahmen aus 300 Tagen im Eis

12. Mai 2021
FS Polarstern verfügt über mehrere marine Radaranlagen. Eine dieser Antennen lieferte während der MOSAiC Expedition im Minutentakt neue Aufnahmen, die nun spannende Einblicke in die Dynamik des Packeises im direkten Schiffsumfeld ermöglichen: Die MOSAiC Expedition im Zeitraffer - eine einzigartige Videosequenz zusammengestellt aus einer Auswahl von rund 2,5 Millionen Radarbildern. Lesen Sie hier mehr ...

Der unerwartete Siegeszug einer Meereis-App

22. April 2021
Wenn im Mai dieses Jahres deutsche Küstenforscher auf die Nordsee hinausfahren, um die Nährstoffbelastung des Wassers zu messen und dabei erstmals jeden Geräteeinsatz voll automatisiert per App dokumentieren, dann haben sie diesen Service vor allem dem Erfindergeist von AWI-Meereis-Techniker Martin Schiller zu verdanken. Nach einer stundenlangen Suchaktion in der Arktis entwickelte er FloeNavi, ein System zur Navigation und Verortung von Messungen auf dem Meereis. Dessen beliebteste Funktion, den Metadaten-Generator, hat das AWI-Rechenzentrum nun zu einer eigenständigen App ausgebaut. Diese stellen die AWI-Datenmanager jetzt allen Forschenden der Deutschen Allianz Meeresforschung zur Verfügung – mit dem Ziel, wissenschaftliche Daten nachvollziehbarer und transparenter zu machen. Lesen Sie hier mehr...

Der Frühling in der Arktis ist gestartet

14.04.2021
Die saisonale maximale Ausdehnung des arktischen Meereises ist überschritten, die Sonne am Nordpol ist wieder aufgegangen und damit ist die lange Polarnacht vorbei. Die für März 2021 gemittelte arktische Meereisausdehnung betrug 14,72 Millionen Quadratkilometer. Die Lufttemperaturen auf 925 hPa lagen im März in Nord-Eurasien bis zu 5 Grad Celsius unter dem Durchschnitt und erstreckten sich über Alaska nach Osten. Im atlantischen Sektor der Arktis lagen die Temperaturen hingegen 1 bis 3 Grad Celsius über dem Durchschnitt. Nachdem der Index der Arktischen Oszillation den größten Teil des vergangenen Winters in einer anhaltenden negativen Phase verblieben war, war er im März überwiegend positiv, jedoch mit starken Schwankungen. Dies bedeutet eher westliche Windlagen, die wärmere Atlantikluft nach Nordeuropa treiben.
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Meereis-Boje nach langer Reise durch die Arktis wieder geborgen

31. März 2021
Die Thermistorboje (2018T52) wurde am 14.09.2018 in der Arktis ausgebracht und hat bis zum 04.07.2020 von dort Daten gesendet. Sie hat eine beeindruckende Reise durch die zentrale Arktis hinter sich gebracht und auch ihre Rückkehr nach Bremerhaven ist eine spannende Geschichte! Thermistorbojen sind eigentlich nicht schwimmfähig und fallen ins Meer, sobald das Eis die Boje nicht mehr tragen kann. Das bedeutet, dass diese Bojen meist nicht geborgen werden können und verloren gehen. Die Boje 2018T52 erreichte jedoch am 04.07.2020 die Insel Jan Mayen, eine kleine Vulkaninsel ca. 550 km nördlich von Island in der Grönlandsee. Dort wurde sie am 6. Oktober 2020 am Strand von Jan Mayen von den Cheftechnikern Pål Lunde und Jared Elgvin der Wetterstation in der einzigen Siedlung Olonkinbyen gefunden.
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Sommerliches Meereisminimum in der Antarktis durchschritten

19. März 2021
Die Eisausdehnung in der Antarktis hat am 17. Februar 2021 mit 2,79 Millionen km² ihr diesjähriges Minimum erreicht. Drei Regionen zeichnen sich aus, in denen die Eisausdehnung deutlich geringer gegenüber dem Langzeitmittel ist. Eine Region ist im nordwestlichen Weddellmeer, wo die Eiskante bis weit südlicher als 65° S zurückgewichen ist (Abb. 4). Dies war in dieser Region zuletzt im Jahr 2009 der Fall. Ein zweiter eisfreier Bereich im Weddellmeer tut sich in der südöstlichen Region im nördlichen Filchner Trog auf, wo sich eine große Polynja ausgebildet hat und offene Wasserflächen bis vor das Filchner Schelfeis gewährt. In dieser Region ist derzeit auch der Forschungseisbrecher Polarstern auf dem Fahrtabschnitt PS124 unterwegs und findet günstige Bedingungen für das ausgedehnte ozeanographische, biologische und bio-geochemische Forschungsprogramm im südöstlichen Weddellmeer.
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Übernahme des „Atlas of Antarctic Sea Ice Motion“ des KIT in das Daten- und Informationsportal meereisportal.de

05.03.2021
Kontinuierliche Datensätze aus den Polargebieten sind wertvolle Zeugen eines Klimawandels, wie er bereits seit den 1980er Jahren global sichtbar ist. Hierzu zählen auch Daten zur Meereisentstehung und -dynamik im antarktischen Packeisgürtel. Mit dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Antarktisvertrag 1979 und dem Bau einer dauerhaft betriebenen Antarktisstation Georg-von-Neumayer war die Grundlage für regelmäßige Untersuchungen in dieser sonst schwer zugänglichen Region gegeben. In diesem Kontext entstand der Meereisatlas. Der KIT-Atlas of Antarctic Sea Ice Motion wurde nun für eine dauerhafte Bereitstellung vom meereisportal.de am AWI übernommen und kann zukünftig auch mit anderen Datensätzen nach 1998 zusammengeführt werden. Lesen Sie hier mehr...

Meereisentwicklung in beiden Polarregionen auf normalem Niveau

15.02.2021
Nachdem das Jahr 2020 in der Arktis mit vielen Rekorden aufwarten konnte, ist die Jahreswende eher weniger spektakulär verlaufen, wie eine genauere Betrachtung der Monate Dezember und Januar zeigt. Besonders prägend für die aktuelle Wintersaison in der Arktis ist die Temperaturanomalie, die in der Laptewsee, der zentralen Arktis und über Ostgrönland und dem Norden Kanadas im Dezember bereits bis zu 5°C oberhalb des langjährigen Mittels von 1971 – 2000 lag. Die mit diesem Temperaturmuster im Januar verbundene atmosphärische Zirkulation wurde von hohem Druck über Sibirien und niedrigem Druck über dem nördlichen Nordatlantik und dem Nordpazifik dominiert. Lesen Sie hier weiter...

DriftStories aus der zentralen Arktis – Ein Jahr, eine Scholle – Meereisforschung extrem!

20.01.2021
Noch nie haben Forschende das Meereis der Arktis so umfassend untersuchen können, wie auf der internationalen MOSAiC-Expedition des Forschungseisbrechers Polarstern. Ein Jahr lang ist das Schiff mit dem Eis durch die zentrale Arktis getrieben; ein Jahr lang haben die Männer und Frauen das Eis mithilfe modernster Technik unter die Lupe genommen.

Welche Herausforderungen es dabei zu meistern galt und was sie herausgefunden haben im polaren Hotspot des Klimawandels, erzählen sie in den folgenden zehn DriftStories, die nun ebenfalls in gedruckter Form in dem Band „DriftStories aus der zentralen Arktis“ vorliegen.

Lesen Sie hier die online-Version der Einleitung des Bandes.
Eine komplette Fassung des Bandes kann darüber hinaus hier als PDF abgerufen oder als kostenlose Printversion bei info@reklim.de bestellt werden.

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