16. September 2014
Aktuelle Meereis-Situation: Anhaltender Rückgang in der Arktis, neues Maximum in der Antarktis

Bremerhaven/Hamburg, 16. September 2014. Die Meereisfläche in der Arktis ist in diesem Jahr auf ein Sommerminimum von etwa 5,0 Millionen Quadratkilometern zurückgegangen. Dieser Wert liegt rund 1,6 Millionen Quadratkilometer über dem Negativrekord aus dem Jahr 2012, bestätigt aber nach Einschätzung der Meereisphysiker Marcel Nicolaus vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Lars Kaleschke vom Hamburger Exzellenzcluster für Klimaforschung (CliSAP) den langfristigen Abwärtstrend in der Arktis. Die Winter-Eisdecke des Südpolarmeeres dagegen ist auf eine Fläche von 20,0 Millionen Quadratkilometern angewachsen, berichten die Wissenschaftler. Sie übertrifft damit das 30-Jahre-Maximum aus dem vergangenen Jahr. Marcel Nicolaus, Lars Kaleschke und andere führende Meereis-Experten stehen am kommenden Donnerstag, den 18. September 2014, während eines internationalen Meereis-Symposiums in Hamburg für Hintergrundgespräche und Interviews zur Verfügung.
Zur Pressemitteilung des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung: Anhaltender Rückgang in der Arktis, neues Maximum in der Antarktis

08. Januar 2014
Helmholtz hilft bei der Befreiung der Forschungsschiffe

In den vergangenen Tagen hat das Alfred Wegener Institut das im Eis steckende russische Forschungsschiff „Akademik Shokalskiy“ und den zur Hilfe geeilte chinesische Eisbrecher „Xue Long“ bei der Beurteilung der Eissituation unterstützt. Hierfür wurden Satellitenaufnahmen des DLR-Satelliten TerraSAR-X an die zuständige australische Behörde weitergeleitet. Eine Besonderheit dabei war, dass es gelungen ist, die Satellitendaten unmittelbar nach ihrer Aufnahme so zu verarbeiten, dass sie innerhalb weniger Stunden zur Verfügung standen.

Die hochaufgelösten Satellitenszenen sind besonders hilfreich, da mit ihrer Hilfe nach Auswegen aus dem Packeis gesucht werden kann.  Aber auch stark unter Druck stehende Gebiete die es besser zu meiden gilt, lassen sich so eingrenzen. Diese Drucksituationen resultieren aus der ständigen Bewegung, die das Meereis vollzieht. Angetrieben vom Wind und von Ozeanströmungen bilden sich ständig Gebiete mit sehr stark zusammengeschobenem oder auch mit sehr losem Eis. Hinzu kommen die jahreszeitlichen Veränderungen der Eisbedeckung durch Gefrieren und Schmelzen (siehe Animation).

Eine Änderung in der Windrichtung in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 2014 führte zur Bildung eines großen Risses entlang der Festeiskante (siehe Abbildung). In den folgenden Stunden brach das Eis dann immer weiter auf, so dass sich die Schiffe letztlich selbst befreien konnten. Derartige Situationen erleben wir auch immer wieder bei unseren Expeditionen mit Eisbrechern. Jedoch gelingt es zumeist schon nach Stunden oder wenigen Tagen sich aus der Umklammerung des Eises zu befreien und damit wieder navigationsfähig zu sein.

Weitere Informationen auch auf der Seite der Helmholtz-Gemeinschaft.