Sea Ice Outlook Bericht für den Monat Juni 2022

20. Juli 2022

Mit dem Monat Juni ist auch die erste Vorhersage des sogenannten Sea Ice Outlook (SIO) des internationalen Sea Ice Prediction Network 2 veröffentlicht worden. Diese, seit mehr als zehn Jahren laufende gemeinsame Bemühung der Wissenschaftsgemeinschaft, hat sich zum Ziel gemacht, alle zur Verfügung stehenden Daten und Beobachtungen zusammenzufassen, um Interessensgruppen und die Öffentlichkeit mit den bestverfügbaren Informationen über die Entwicklung des arktischen Meereises zu versorgen. Der für dieses Jahr prognostizierte Medianwert für die panarktische Meereisausdehnung im September beträgt demnach 4,57 Millionen Quadratkilometer mit Quartilen von 4,34 und 4,90 Millionen Quadratkilometern. Dieser Wert liegt über dem vom SIO zum selben Zeitpunkt prognostizierten Wert der Meereisausdehnung im September für die letzten drei Jahre (2019-2021).

Das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) beteiligt sich auch in diesem Jahr mit dem AWI-Consortium Modell, einem dynamischen gekoppelten Meereis-Ozeanmodell und berechnete in seiner Juni-Prognose eine Meereisausdehnung im September von 4,75 Millionen Quadratkilometer. Dieser Wert liegt etwa 4 % oberhalb des Medianwertes aller eingereichten Modelle aber in der Mitte der für dynamische Modelle abgegebenen Vorhersagen. Dr. Frank Kauker, Physiker in der Sektion Meereisphysik am AWI, bewertet die erste Vorhersage wir folgt: „Die erste Vorhersage eines Jahres von Anfang Juni zeichnet sich in der Regel noch durch eine recht große Unsicherheit aus (dieses Jahr 0.43 Millionen Quadratkilometer). Trotzdem deutet im Moment nichts auf eine extreme Lage im September hin. Die Eisbedeckung im September wird mit einer großen Wahrscheinlich im Bereich der letzten Jahre liegen, also zwischen 4 und 5 Millionen Quadratkilometer. Die nächste Vorhersage Anfang Juli wird die Unsicherheit etwas reduzieren, da sich im Juni herausstellen wird, wie viele Schmelztümpel sich gebildet haben werden, die dann durch ihre geringere Rückstrahlung der solaren Einstrahlung entscheidend die Schmelzraten des Eises im weiteren Verlauf des Jahre bestimmen werden“.

Eine Übersetzung der wichtigsten Ergebnisse des SIO lesen sie hier

Der vollständige Originalbericht in Englisch   

Kontakt:
Frank Kauker (AWI)

Klaus Grosfeld (AWI)


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