AWI Meereisgruppe auf Lance-Expedition

5. Juni 2015

Arbeiten auf der Scholle: 80°41°N und 6°21°O

Die jahreszeitlichen Veränderungen des Meereises vom Winter bis in den Sommer werden während des großen N-ICE Experiments des Norwegischen Polarinstituts mit unterschiedlichen internationalen Partnern beobachtet. Seit Januar betreibt das NPI (Norwegische Polarinstitut) ihr Forschungsschiff Lance als Driftstation im arktischen Ozean nördlich von Spitzbergen. Das Schiff dient als Wohn- und Arbeitsplatz während die allermeisten Arbeiten direkt "vor der Türe" auf dem Meereis stattfinden. Hauptziel ist es jahreszeitliche Veränderungen vom Winter in den Sommer zu beobachten. Das Projekt, und so auch die Arbeit hier an Bord, teilt sich auf in unterschiedliche Arbeitspakte von der Atmosphäre über das Meereis in den Ozean, alles aus physikalischer und biologischer Sicht. Logistisch ist die Reise in sechs Fahrtabschnitte geteilt: zwei Mal sechs Wochen von Anfang Januar bis Ende März und vier mal drei Wochen von Anfang April bis Ende Juni.

Hier finden nun die Messungen der Ozean, Meereis, und Atmosphäreneigenschaften im Übergang vom Frühjahr in den Sommer statt, wenn besonders starke Veränderungen erwartet werden. Anfang April hat Lance an einer Scholle angelegt, die sich als sehr gut und robust erwiesen hat. Auf der konnten die Meereisphysiker des AWIs auch bis letzte Woche Freitag driften - eine schöne und sehr interessante Zeitserie. Dann ist sie jedoch so stark geschmolzen und ein Teil des Eises (das neue dünne) ist weggebrochen, so dass die Drift beendet werden musste. Ein sicheres Arbeiten für eine längere Zeit (bis Ende Juni) war nicht mehr möglich. Am Sonntag wurde aber dann eine neue Scholle wieder weiter im Osten und etwas nördlicher ausgesucht und dort alle Geräte erneut aufgebaut. Das ist etwas wie eine Zeitreise, da hier das Schmelzen noch nicht so stark fortgeschritten ist. Nun arbeitet das Team täglich auf dem Eis bis die Reise am 26. Juni in Longyearbyen (Spitzbergen) enden soll.

Das Team arbeitet auf einer Scholle, die circa 1,40 m dick ist und auf der eine circa 40-50 cm dicke Schneeschicht liegt. Die Messungen zur Bestimmung der Schnee- und Eisdicke laufen auf verschiedenen Eistypen. So werden beispielsweise Messgeräte mehr als 2,5 km über das Eis gezogen oder Eiskerne auf der Scholle gebohrt. Bis jetzt konnten täglich Messungen auf dem Eis durchgeführt werden.

Mit Beginn des Frühjahrs verändern sich die Eigenschaften des Eises deutlich. Darüber hinaus hat sich unter dem dünnen Eis eine Algenblüte entwickelt. Mehr über die Arbeiten während der Lance Expedition können auf dem englisch sprachigen Blog der Expedition nachgelesen werden.