Vorkommen von Meereis

Als Meereis wird dasjenige Eis bezeichnet, das aus gefrierendem Ozeanwasser entsteht und auf diesem schwimmt. Dies unterscheidet es von anderen Eissorten wie Eisschilden, Schelf- und Gletschereis, die an Land durch das Gefrieren von Niederschlag entstehen. Das Meereis ist durchschnittlich 12 Prozent leichter als Wasser, so dass sich 88 Prozent des Eises unter dem Meeresspiegel befinden. Gebiete mit saisonalem und auch mehrjährigem Meereis sind in heutiger Zeit die Gebiete der hohen Breiten (Polargebiete): im Norden sind der Arktische Ozean und die daran angrenzenden Meere im Sommer wie im Winter mit Eis bedeckt. Der Ozean im Süden, rund um die Antarktis, ist im Winter zwar mit Meereis bedeckt, im Sommer aber nahezu eisfrei. Meereis existiert jedoch auch saisonal in der Ostsee und dem Ochotskischen Meer, welches bis an die Küsten Japans reicht. Zudem stellt es eine wichtige Komponente im System der Kryosphäre dar, die sich durch eine äußerst hohe zeitliche und räumliche Variabilität auszeichnet. Gründe hierfür liegen im saisonalen Wechsel von Entstehung und Schmelze, aber zum Beispiel auch wie in der Arktis im Phänomen der Meereisdrift begründet.

Die Ausdehnung und Mächtigkeit des Meereises verändert sich mit den Jahreszeiten und zeigt für beide Hemisphären auffällige Unterschiede. Wenn auf der Südhalbkugel Winter ist, sind bis zu zehn Prozent der Weltmeere mit Eis bedeckt. Die maximale Meereisausdehnung in der Arktis wird normalerweise gegen Ende des Winters erreicht und das Minimum im September. Die Meereisausdehnung im südlichen Ozean besitzt einen weitaus größeren jährlichen Zyklus.

Damit stellt die Meereisbedeckung neben Schnee eine der veränderlichsten Oberflächenerscheinungen der Erde dar. Mit den saisonalen Schwankungen des Meereises treten auch Schwankungen in der Dicke des Meereises auf.