Veränderungen des Meereises

Je älter Meereis wird, desto mehr Veränderungen können auftreten. Das Prinzip des Wachstums ist, dass das Eis umso dicker wird je kälter die atmosphärische Luft ist, da so größere Temperaturgradienten im Eis und höheren Gefriergeschwindigkeiten entstehen. Allerdings trägt auch ein weiterer Prozess zur Eisverdickung bei. Da das thermodynamisch gebildet Eis relativ dünn ist – nur bis zu ein paar Metern –, ist das im Wasser schwimmende Eis Winden und Meeresströmungen ausgeliefert, die es beständig bewegen (Meereisdrift). Die Bildung von Meereis setzt sich also aus unterschiedlichen, teilweise parallel verlaufenden, thermodynamischen und dynamischen Prozessen zusammen.

Während es Orte in der Arktis und Antarktis gibt, die fortwährend von (mehrjährigem) Meereis bedeckt sind, existieren auch offene Wasserstellen mitten im Eis, die große Ausdehnungen erreichen können und als Polynjas bezeichnet werden. Sie entstehen in der Regel durch Windeinwirkung, Gezeiten oder aufsteigendes warmes Meerwasser. In der Regel können sie über lange Zeiträume, bis zu Jahren hinweg bestehen bleiben und sind wegen ihrer Einflüsse auf Meeresströmungen, Meeresbiologie und Klima von besonderer Bedeutung. Nach dem Ort ihres Vorkommens werden zwei Arten von Polynjas unterschieden: Küstenpolynjas und küstenferne Polynjas.
Der Schnee auf dem arktischen Meereis schmilzt in jedem Sommer vollständig – zurück bleiben Tümpel aus Schmelzwasser, die im Rahmen der Strahlungs- und Energiebilanz eine wichtige Rolle spielen.