Was ist Meereis?

Als Meereis wird das Eis bezeichnet, das sich durch Gefrieren von Meerwasser bildet. Zum Meereis zählt weder das dauerhaft auf dem Land liegende Eis von Gletschern und Eisschilden, noch von ihm abbrechende Eismassen, also Eisberge. [1]
Meereis ist ein poröses Medium und stellt ein Mehrphasensystem dar. Es besteht aus einer festen Eismatrix, in der flüssige salzhaltige Sole, gasförmige Luftvolumina sowie feste hydratisierte Salzkomplexe eingeschlossen sind. Das sole- und gasgefüllte Volumen bildet den Porenraum des Meereises. Dieser lässt sich in einen primären und einen sekundären Porenraum unterteilen. Als primäre Poren werden Einschlussstrukturen bezeichnet, die während der Eisbildung entstehen. Der sekundäre Porenraum umfasst die Transformationsstrukturen der Primärporen. Sie sind mit Entsalzungs- und Schmelzprozessen während der Eisalterung verbunden.
Durch ständige Gefrier- und Schmelzprozesse ist das Meereis einer kontinuierlichen Formänderung unterlegen. Dennoch schwimmt es, auf Grund seiner Dichte, die geringer als die des Meerwassers ist, immer an der Wasseroberfläche.

Während Meereis aus gefrorenem Meerwasser besteht, sind Schelfeis und einzelne im Meerwasser schwimmende Eisberge aus gefrorenem Süßwasser entstanden. Diese Unterschiede werden in der folgenden Schemaskizze dargestellt.

Die größten Vorkommen von Meereis finden sich in den polaren Ozeanen unserer Erde. Anders als man auf den ersten Blick erahnen kann, ist der Prozess der Entstehung von Meereis von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und damit sehr komplex. Von besonderer Bedeutung sind der Gefrierprozess und die Kristallstruktur des Meereises, durch die eine Entsalzung des Meereises bedingt und viele optische und thermodynamische Eigenschaften bestimmt werden. Im Winter liegen die idealen Bedingungen für das Wachstum von Meereis vor, das durch Wind- und Meeresströmungen beeinflusst wird.



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[1] Der Arktis-Klima-Report, Die Auswirkungen der Erwärmung, Convent Verlag, 2005, S. 24