Wechselwirkungen von Meereis mit anderen Komponenten des Klimasystems

Das Meereis wirkt in unterschiedlichster Weise auf verschiedene Komponenten des Klimasystems. Es repräsentiert eine raumzeitlich, hochvariable Grenzschicht zwischen Ozean und Atmosphäre, die den vertikalen Austausch von Energie, Impuls und Masse deutlich verringert. Das alljährliche Gefrieren der Ozeanoberfläche in den Polargebieten spielt vor allem für die Energie- und Strahlungsbilanz an der Erdoberfläche eine bedeutende Rolle.

Darüber hinaus beeinflusst das Vorhandensein einer Meereisdecke die Menge an Sonnenenergie, die reflektiert wird, erheblich (Albedo). Meereis und Atmosphäre, sowie Meereis und Ozean stehen in vielfacher Weise in Wechselwirkungen.

Durch das Abkühlen von Meerwasser wird eine thermische Konvektion angestoßen und es kommt zur Bildung von Tiefenwasser. Dieses Tiefenwasser ist für die globale Zirkulation von Meerwasser und den Wärmeaustausch zwischen niedrigen und hohen Breiten von großer Bedeutung. Weiterhin bedingen Eisschmelze und Eisbildung starke Salzgehaltsschwankungen im Oberflächenwasser der Ozeane und bewirken somit eine Verstärkung bzw. Abschwächung der thermohalinen Zirkulation. Meereis kann weiterhin den Austausch von Strahlungs- und Wärmeenergie zwischen Ozean und Atmosphäre modifizieren.