Biota auf dem Meereis

Die Eiskanten sind Lebensräume mit einer intensiven jahreszeitlich abhängigen Produktion und stellen einen Schwerpunkt für den Transfer zu höheren trophischen Ebenen dar. An den Eisrändern entwickeln sich reiche Planktonblüten. In beiden Polargebieten sind Warmblüter die obersten Glieder der Nahrungsnetze. In der Arktis sind Eisbär, Walross und mehrere Arten von Hundsrobben eng mit dem Meereis als Lebensraum assoziiert. In der Antarktis durchlaufen Krabbenfresser- und Weddelrobben, Seeleoparden und Rossrobben ihren ganzen Lebenszyklus auf dem Meereis.
Die ökologisch fundamentale Beziehung zwischen den verschiedenen Lebensräumen Meereis, Freiwasser und Meeresboden wird als „kryo-pelago-benthische Kopplung“ bezeichnet. [1]



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[1] D. Piepenburg, Der Rückgang des polaren Meereises und seine ökologischen Auswirkungen, in Warnsignale Klima, Die Meere, Änderungen und Risiken, Herausgeber J. L. Lozán, Wissenschaftliche Auswertungen in Kooperation mit GEO, 2011, S. 208-213