Meereismodelle

Meereismodelle werden hauptsächlich dazu verwendet, sowohl die Prozesse zu untersuchen, die für die Bildung, das Wachstum und die Entwicklung von Meereis eine Rolle spielen, als auch um Langzeit-Klimastudien durchzuführen. Daneben werden Meereismodelle aber auch dafür verwendet, um Kurzzeit-Vorhersagen (bis zu fünf Tagen) für Schiffe zu treffen, die in meereisbedeckten Regionen unterwegs sind, aber auch um saisonale Vorhersagen (bis zu drei Monaten) zur Verfügung zu stellen.

Die hohen Breiten sind prinzipiell schwer zu erreichen, im jeweiligen Winter lange Zeit gar nicht. Meereis ist also vor Ort nur schwierig zu erforschen. Geräte müssen noch bei tiefen Temperaturen arbeiten können. Beobachtung vor Ort ist also aufwendig, teuer und potentiell gefährlich.

Satelliten überfliegen die gesamte Erdoberfläche seit dem Ende der 1970er Jahre. Unter bestimmten Umständen (keine Wolken, kein Wasser auf dem Eis) können sie erkennen, wo gerade Meereis vorliegt. Sie können jedoch nicht die Dicke des Meereises messen. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Eis bewegt, kann vom Satelliten indirekt abschätzt werden, indem man große Schollen nachverfolgt, also deren Standort in regelmäßigen Zeitabständen durch „Hingucken“ bestimmt.

Im Gegensatz dazu findet die Arbeit mit Computer-Modellen im Büro statt. Trotzt der Großrechner, die man heute dafür verwendet, ist die Modellierung vergleichsweise unaufwendig und billig. Mit Modellen kann man (Gedanken-) Experimente durchführen, die in der Realität unmöglich durchzuführen wären. Daher kann man mit Modellen in gewissem Umfang in die Zukunft blicken.