Modellierung

Informationen über die Veränderungen von Meereis können mit Hilfe unterschiedlicher Messtechniken und von unterschiedlichen Plattformen von Bodenstationen, Flugzeugen und Satelliten aus gewonnen werden. Jedoch ist der Datenumfang aus diesen Quellen eingeschränkt, da diese nie alle Charakteristika von Meereis zu jeder Zeit und an jedem Ort erfassen können. Außerdem reicht die Aufnahme von Meereis-Daten nur kurze Zeit zurück. Satelliten-Aufnahmen werden erst seit Mitte der 1970er Jahre gemacht; andere Datenerfassungen zum Beispiel von Schiffen aus werden zwar bereits seit dem späten 19. Jahrhundert durchgeführt, sind aber selten (und nicht flächendeckend). Letztlich können all diese Daten nicht die Veränderung und die Entwicklung von Meereis vorhersagen.

Um diese Wissenslücken zu schließen, benutzen Forscher numerische Modelle, um die Veränderungen von Meereis zu simulieren. Dabei bildet ein Modell die realen physikalischen Prozesse in Form mathematischer Grundgleichungen und Näherungsformeln (sog. Parametrisierungen) ab. Diese Modelle erlauben es den Forschern, die Strukturen des Meereises der Vergangenheit zu rekonstruieren und zukünftige Änderungen vorherzusagen.