Meereisexpeditionen

Wissenschaftliche Expeditionen in den Polargebieten sind in der Meereisforschung von zentraler Bedeutung. In internationalen Teams untersuchen Polarforscher in der Arktis und Antarktis die Eigenschaften des Meereises sowie seine Wechselwirkung mit Atmosphäre und Ozean.

Meereis- und Schneedicken bestimmen, Eismassenbilanzen erstellen, die Struktur von Eis und Schneeauflage erfassen und das Ökosystem im und unter dem Eis erkunden – immer wieder messen, mit neuesten Methoden und modernsten wissenschaftlichen Geräten, Proben nehmen, beobachten: Fast rund um die Uhr wird während der Expeditionen gearbeitet, mit dem Ziel die grundlegenden physikalischen Prozesse des Meereises und ihre Einwirkungen auf das Ökosystem besser zu verstehen.

Die gewonnen Daten liefern schon vor Ort erste Erkenntnisse, die in die wissenschaftliche Arbeit jeder Expedition einfließen. Sie werden aber auch benötigt und genutzt für die Entwicklung und Validierung von Meereismodellen sowie von Analysemethoden zur Auswertung von Satellitendaten. Nur so gelingt es, die Verteilung des Meereises großflächig und über lange Zeiträume zu bestimmen sowie seine zukünftige Entwicklung besser vorhersagen zu können.

Die Expeditionen des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, nutzen zur Untersuchung des Meereises unterschiedlichste Forschungsplattformen. Dazu zählen, Flugzeugkampagnen zum Beispiel mit Helikoptern oder Polarflugzeugen, Expeditionen per Schiff, vor allem mit dem Forschungseisbrecher „Polarstern", sowie Kampagnen, die von den Forschungsstationen in beiden Polargebieten durchgeführt werden (Neumayer III in der Antarktis, deutsch-französiche Arktisstation AWIPEV auf Spitzbergen).