Einschätzung der Meereissituation Arktis 2012

16. September 2012
Arktisches Meereisminimum 2012


Die arktische Meereisausdehnung fiel am 16. September 2012 mit 3,41 Millionen Quadratkilometer auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen 1979 und hat damit das Meereisminimum vom Jahre 2007 noch um 760.000 Quadratkilometer unterschritten. Das im Jahr 2012 erreichte Minimum liegt damit 18 Prozent unter dem Minimum von 2007 und 49 Prozent unter dem jährlichen Durchschnitt von 1979 bis 2000. Seit dem Maximum vom 20. März 2012 waren bis zum Erreichen des Minimums 11,83 Millionen Quadratkilometer des arktischen Meereises verschwunden. Damit wurde im Jahr 2012 in der Arktis das sechste Minimum im Zeitraum von 2007 bis 2012 und seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen gemessen. Die Meereisausdehnung ist geringer als in den vorangegangen Jahren sowohl in der Beaufortsee, in der westlichen Laptevsee, in der Ostgrönlandsee wie auch in Teilen des kanadischen Archipels. Nur nahe der nörd-grönländischen Küste erreichte die Meereisausdehnung fast ihre normalen Werte (1979 bis 2000). Mitte August öffnete sich die Nordwestpassage. Dies ist anders als im Sommer 2007, wo eine Meereiszunge die Seeroute bis zur Küste blockierte.

Die mittlere Meereisausdehnung für September 2012 in der Arktis lag 16 Prozent unter dem Minimum, das 2007 erreicht wurde. Damit beträgt die lineare Abnahme des Meereises für September 13 Prozent pro Dekade im Verhältnis zum Mittelwert von 1979 bis 2000. Die sechs geringsten Werte für September wurden alle in den letzten sechs Jahren verzeichnet.

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[1] Datenquelle: National Snow and Ice Data Center, Boulder, Colorado USA, nsidc.org, Backgroundfoto: R. Treffeisen, AWI