Meereisbeobachtung

EM-Bird am Helikopter (Foto: S. Hendricks)

Die Beobachtung von Meereis ist durch seine wichtige Rolle für Mensch und Natur begründet. Noch zu Zeiten, in denen keine Polar-Expeditionen stattfanden, wurde von Einheimischen der Jahresgang und der Zustand des arktischen Meereises genau beobachtet, da das Überleben der Menschen von diesen Informationen stark abhängig war. Das Meereis ist sehr schwierig zu beobachten, da es in den entlegenen und schwer zugänglichen Polargebieten liegt. Im Laufe der Zeit veränderten sich die Methoden der Meereisbeobachtung sehr stark.

Meereisbeobachtungen von Küstenstationen und Schiffen aus gibt es schon seit mehr als 100 Jahren. Jedoch hat sich die regelmäßige Meereiserfassung mit Flugzeugen und Satelliten erst nach dem 2. Weltkrieg entwickelt. Luftgestützte Messungen von Flugzeugen aus war bis in die 1980er Jahre die wichtigste Methode zur Meereisbeobachtung. Seit 1978 existieren Meereismessungen von Satelliten, die sich schnell zur wichtigsten Beobachtungsmethode entwickelt haben. Mit Hilfe der Fernerkundung können heute verlässlich flächendeckende Informationen über das Meereis gegeben werden.

Doch auch heute noch werden sogenannte Feldexperimente zur Meereisbeobachtung beziehungsweise -untersuchung durchgeführt. Zur Datengewinnung aus Feldexperimenten werden vor allem Eiskernbohrungen aber auch Tauchgänge durchgeführt. Um länger an einem Ort messen und dabei die Bewegung des Meereises nachverfolgen zu können, werden häufig auch Driftstationen verwendet. Zudem gibt es Eisecholotmessungen, die von einem U-Boot aus gesteuert werden. Feldexperimente liefern wichtige Vergleichsdaten für die Satellitenmessungen und dienen z.B. dazu, physikalische Prozesse zu untersuchen.

Die Meereisbedeckung, die Meereisdicke, die Dicke der aufliegenden Schneeschicht sowie die Meereisdrift sind wichtige Größen der Meereisbeobachtung. Diese vier Schlüsselgrößen beschreiben den Zustand des Meereises recht gut.

Die Ergebnisse der Meereisbeobachtungen werden mittels verschiedener Algorithmen aufbereitet. Die dazugehörigen Daten können über das DatenPortal abgerufen werden.