Druckversion dieser Seite

 

15. Oktober 2013

Meereisausdehnung Mittelwerte im September (1973-2013) mit Trendlinie

Saisonale Variabilität der Meereisausdehnung (Stand 13.10.2013)

So viel Meereis in der Antarktis wie seit 30 Jahren nicht mehr

Angesichts der globalen Erwärmung erscheint es paradox, dass die Meereisbedeckung des südlichen Ozeans im vergangenen Monat eine größere Fläche bedeckt hat als in den letzten Jahrzehnten. Lediglich Mitte der 70er Jahre wurde eine ähnliche Ausdehnung beobachtet.

Im Mittel waren im September 2013 19,48 Millionen Quadratkilometer, eine Fläche mehr als 50 mal so groß wie Deutschland, mit Meereis bedeckt. Das absolute Maximum von 19,65 Millionen Quadratkilometer wurde am 18. September erreicht. Auch wenn dieses Maximum in der eisbedeckten Fläche nicht mit einem Maximum des Gesamtvolumens oder der Gesamtmasse gleichgesetzt werden kann, vermuten die Meereisphysiker Marcel Nicolaus und Stefan Hendricks vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) „Diesen Winter gibt es in der Antarktis so viel Meereis wie lange nicht mehr, wenn es überhaupt seit Beginn der regelmäßigen Satellitenbeobachtungen schon einmal so viel Meereis gegeben hat.“

Um solche Aussagen in Zukunft bestimmter treffen zu können, arbeiten die Forscher des Alfred-Wegener-Institutes derzeit gemeinsam mit Kollegen verschiedener Institute daran auch die Dicke des Meereises in der Antarktis aus Satellitenbeobachtungen ableiten zu können. In der Arktis ist dies seit kurzem möglich, allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen Arktis und Antarktis. Der Schnee ist dicker, inhomogener und schmilzt auch im Sommer nicht vollständig. Zudem wird viel Meereis an der Oberseite gebildet, ein Phänomen, das in der Arktis deutlich seltener antrifft. Dann kann zukünftig das Volumen des Meereises auch dort aus der Dicke und der Ausdehnung berechnet werden.


 

Meereiskonzentration Minimum am 22. Februar 2013

Meereiskonzentration Maximum am 18. September 2013

Die eisbedeckte Fläche des antarktischen Ozeans wächst alljährlich von ihrem Minimum am Ende des antarktischen Sommers (Februar) von drei bis vier Millionen Quadratkilometern auf ein Vielfaches (etwa fünf bis sechs Mal so viel) zum Maximum am Ende des Winters (September). Hierbei zeigen sich jedoch große regionale Unterschiede, so dass das antarktische Meereis eigentlich als ein Puzzle aus unterschiedlichen Eisbedeckungen zu betrachten und zu bewerten ist.

Obwohl über die letzten Jahre insgesamt eine Zunahme der Eisbedeckung im Winter und Sommer beobachtet wird, nimmt es zum Beispiel um die Spitze der antarktischen Halbinsel vor allem im Sommer deutlich ab. Während sich die Antarktische Halbinsel in den letzten Jahrzehnten deutlich erwärmt hat, blieb die Temperatur in anderen Regionen stabil.

Diese Unterschiede und die allgemeine Zunahme des Meereises in vielen Regionen resultieren zum Großteil aus Veränderungen des Windes, der das Meereis stärker auseinander treibt. Andererseits haben die Temperaturen und Winde vom antarktischen Kontinent einen starken Einfluss auf den ihn umgebenden Meereisgürtel. Auch das sind Unterschiede zur Arktis, was dazu beiträgt, dass sich das Meereis in beiden Polarregionen so unterschiedlich verhält.

Um alle diese Zusammenhänge besser verstehen zu können, hat das AWI in den letzten Monaten zwei Winterexperimente mit dem Forschungseisbrecher Polarstern ins Weddellmeer durchgeführt. Bei diesen Expeditionen haben die Wissenschaftler auch immer dickes und kompaktes Eis angetroffen, worauf sie ihre These vom Maximum der Eismasse stützen. Neben den Messungen während der Reise wurde auch eine Vielzahl an automatischen Messstationen auf dem Meereis ausgebracht. Diese messen nun kontinuierlich die Dicke, Temperatur und Bewegung des Meereises und seiner Schneeauflage und senden ihre Daten via Satellit an das AWI und andere Projektpartner.

Berichte, Fotos, Karten und Daten dieser Experimente werden hier dargestellt und kommentiert. Weitere Informationen sind auch über den Steckbrief zum Thema Meereis sowie die Internetseiten der Sektion Meereisphysik verfügbar.


 

Polarstern in der Polarnacht des antarktischen Winters (Foto: Stefan Hendricks, AWI)

Automatische Messstation zur Erfassung der Schneedicke auf Meereis (Schneeboje) in der Polarnacht. Ausgebracht während des Winterexperiments (Foto: Sandra Schwegmann, AWI).


 

19. August 2013

Antarktische Meereisausdehnung am 19. August 2013

Antarktische Meereisausdehnung erreicht ein Rekordmaximum

Die Meereisausdehnung in der Antarktis erreichte am 19. August mit 18,7 Millionen Quadratkilometern einen Rekordwert, nur der 19. August 2010 war ähnlich hoch. Bedingt wird dieser Rekordwert durch ungewöhnlich viel Eis in der Bellingshausen-, und Amundsensee sowie dem Rossmeer und im westlichen Sektor des Indischen Ozeans.

Die meteorologischen Bedingungen waren seit Juni variabel, aber der stärkste Anstieg des Eiswachstums trat auf während einer Periode eines ungewöhnlichen Hochdruckgebietes über dem Zentrum der Antarktis. Dies führte zu einer Verlangsamung des zirkumpolaren Windes und  zu warmen Winterbedingungen in der Zentralantarktis. Gleichzeitig bedingte es sehr kalte Bedingungen in der Bellingshausensee.


 

20. Februar 2013

Antarktische Meereisausdehnung weiterhin über dem Durchschnitt

Am 20. Februar 2013 ist das diesjährige antarktische Meereisminimum mit einer Ausdehnung von 3,63 Millionen Quadratkilometern erreicht worden. Die Meereisausdehnung war während der gesamten antarktischen Sommerperiode beachtlich groß. Der Monatsmittelwert der antarktischen Meereisausdehnung lag für Februar bei 3,83 Millionen Quadratkilometern. Es zeigte sich eine ungewöhnliche nördliche Auslenkung des Meereises im Wedell-Meer. Die Meereiskante lag ungefähr 200 bis 300 km von ihrer normalen Lage entfernt. Ursache für diese ungewöhnliche Meereisverteilung war vermutlich ein anhaltendes Hochdruckgebiet, das sich von der Region westlich des Weddell-Meeres über die Antarktische Halbinsel bis zur Bellingshausen Meer erstreckte. Diese Druckverteilung führt dazu, dass der Wind auf der östlichen Seite der Antarktischen Halbinsel tendenziell nach Norden weht, wodurch das Meereis im nordwestlichen Weddell-Meer weit in den Norden gedrückt wird. Gleichzeitig strömt damit kalte Luft aus dem Süden nach und reduziert das oberflächennahe Schmelzen des Eises, wenn es sich nach Norden bewegt. Die Meereisausdehnung lag auch im Ross-Meer im Verhältnis zum Mittelwert von 1979 bis 2013 über dem Durchschnitt.


 

Abbildung: Antarktische Meereisausdehnung am 20. Februar 2013


 

Abbildung: Prozentuale Abweichung des Mittelwertes der Meereisausdehnung für
den Monat Februar zum langjährigen Mittelwert von 1979 bis 2000 [1]


 
Druckversion dieser Seite