Datenportal um Meereisdriftdaten erweitert

8. Dezember 2015

Die im Rahmen des Helmholtz-Verbundes REKLIM (Regionale Klimaänderungen) entstandenen Berechnungen der Unsicherheiten von Meereisdriftdaten sind jetzt im Datenportal von meereisportal.de sowohl grafisch als auch als NetCDF Dateien abrufbar.

Meereis bildet nur eine dünne Haut auf dem Ozean, die leicht von Winden oder Strömungen bewegt werden kann. Der größte Teil des Meereises driftet als junges, relativ dünnes Treibeis. Ein kleiner Teil als massiges Packeis.

Die Ableitung der Bewegung des Meereises aus Satellitendaten liefert wertvolle Informationen, um insbesondere die dynamischen Prozesse des Meereises und deren Einfluss auf das arktische Klimasystem zu untersuchen. Die satellitengestützten Datensätze benutzen Mustererkennungsmethoden, um die Bewegung des Eises zu verfolgen. Es werden Eulersche und  Lagrangesche Methoden angewendet. Bei den Eulerschen Produkten liegt die anfängliche Lage der Meereis-„Pakete“ (Muster, die ein bestimmtes Gebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt repräsentieren), auf einem ortsfesten Koordinatensystem. Bei den Langrangschen Produkten ist die anfängliche Lage nicht ortsfest, sondern verändert sich von Tag zu Tag, was die Identifikation von geeigneten Mustern erleichtert. Die Bewegung der einzelnen Meereis-„Pakete“ in einem bestimmten Zeitintervall, wird in beiden Produkten als Vektor (Eisverschiebung) angegeben. Der Vorteil der Eulerschen Produkte ist die gleichmäßige räumliche und zeitliche Datenabdeckung und deren einfache Handhabung, da ein ortsfestes Koordinatensystem zu Grunde liegt.

Die neue Website stellt monatliche Meereisdriftvektoren und entsprechende Unsicherheitsschätzungen im arktischen Ozean im Sommer (Mai bis Juli) von 2003 bis 2007 für zwei Eulersche Produkte zur Verfügung. Beschrieben wird das Verfahren und die Daten im Detail in Sumata et al. (2015). Die Original Meereisdriftvektoren stammen vom National Snow and Ice Data Center (Polar Pathfinder Daily 25km EASE-Grid Sea Ice Motion Vectors, version 2) und von Noriaki Kimura vom National Institute of Polar Research, Japan. Die Unsicherheiten der entsprechenden Produkte werden mit Hilfe von hoch aufgelösten Lagrangschen SAR Daten des Jet Propulsion Laboratory abgeschätzt, die nur einen vergleichsweise kleinen Fehler aufweisen. Die Daten werden sowohl graphisch als auch als NetCDF Datei bereitgestellt (siehe Sumata et al. 2015 für eine detaillierte Beschreibung der Datensatzes).

Mehr Informationen finden sich hier:

Kimura, N., A. Nishimura, Y. Tanaka, and H. Yamaguchi (2013), Influence of winter sea ice motion on summer ice cover in the Arctic, Polar Res., 32, 20193, doi:10.3402/polar.v32i0.20193.

Sumata, H., R. Kwok, R. Gerdes, F. Kauker, and M. Karcher (2015), Uncertainty of Arctic summer ice drift assessed by high-resolution SAR data, J. Geophys. Res. Oceans, 120, doi:10.1002/2015JC010810.

Kontakt: Hiroshi Sumate hirosh(at)awi.de

Beispiele der neuen Meereisdriftdaten für Mai 2005: