Start der arktischen Winterbeobachtungsphasen im Year of Polar Prediction

11. Mai 2018

Vom 1. Februar zum 31. März fand die erste arktische Winter-Beobachtungphase im Year of Polar Prediction statt. Zwei Monate lang haben sechzehn arktische Wetterstationen aus sieben verschiedenen Ländern insgesamt mehr als 1.900 zusätzliche Wetterballons aufsteigen lassen. 

Um aktuelle Lücken in den Vorhersagenkapazitäten von Wetter und Meereis in den Polargebieten zu schließen, findet von Mitte 2017 bis Mitte 2019 das Jahr der Polaren Vorhersagen, oder Year of Polar Prediction, statt. In dieser internationalen Initiative, die von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zur Verbesserung der Vorhersagen in den Polargebieten ins Leben gerufen wurde, arbeiten Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Forschungsgebieten mit operationellen Vorhersagezentren zusammen. Ziel des Großprojektes mit Partnern aus mehr als 20 Ländern ist es, die Wetter- und Meereisvorhersagen für die Arktis und Antarktis nachhaltig zu verbessern, so dass Risiken für den Schiffsverkehr und für andere Aktivitäten künftig besser eingeschätzt und Unfälle effizient vermieden werden können. Des Weiteren wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler genauer verstehen, wie die Umweltveränderungen an den Polen das Wetter in den mittleren Breiten beeinflussen. 

Um die Zahl der Beobachtungen zu erhöhen und somit Modellverbesserungen und genauere Wetter- und Meereis-Vorhersagen zu ermöglichen, finden während des Year of Polar Prediction in der Arktis und Antarktis viele Messkampagnen gleichzeitig statt. Denn zur Konstruktion von verlässlichen Wetter- und Klimavorhersagesystemen müssen viele Messpunkte aus der Atmosphäre, dem Meereis, dem Ozean und der Landoberfläche gesammelt werden. Diese Daten werden nicht nur genutzt, um den Anfangszustand von Vorhersagen möglichst genau zu bestimmen, sondern sie werden auch mit früheren Vorhersagen verglichen, um zu prüfen, inwieweit diese genauer geworden sind. 

Während der ersten Winter-Beobachtungsphase in der Arktis wurden von manchen Stationen bis zu sechs Wetterballons täglich in den Himmel geschickt. Mit Hilfe des Gasballons, der bis zu 35 km aufsteigen kann, kann die Radiosonde Luftdruck, Lufttemperatur, Luftfeuchte, den Wind und andere Parameter der Atmosphäre erfassen. Diese und andere zusätzliche Messungen, beispielsweise von automatischen Wetterstationen und von Wasser- und Eisdriftbojen, wurden zeitgleich in das Globale Telekommunikationssystem (GTS) eingespeist, wodurch sie Wissenschaftlern und Wetterzentren in Echtzeit zur Verfügung stehen. Damit leistet das Jahr der Polaren Vorhersagen einen wesentlichen Beitrag nicht nur zur Verbesserung von Wetter- und Klimavorhersagen in den hohen Breiten, sondern auch darüber hinaus.  

Weitere Beobachtungsphasen finden vom 1. Juli bis 30. September in der Arktis und vom 16. November 2018 bis 15. Februar 2019 in der Antarktis statt. 

Das Year of Polar Prediction wird vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven aus koordiniert, wo das Internationale Koordinationsbüro für Polare Vorhersagen die Planung und Organisation der zweijährigen Initiative übernimmt. 

Mehr Informationen über das Projekt unter www.polarprediction.net

Kontakt:

Dr. Kirstin Werner (AWI)

Dr. Helge Goessling (AWI)

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