Meereisforschung zum Anfassen

25. April 2017

Am Wochenende (22./23. April 2017) war das Forschungsschiff Polarstern für interessierte Besucher auf dem Gelände der Lloyd-Werft in Bremerhaven zugänglich. Neben einer Besichtigung des Schiffes konnten die verschiedenen Arbeitsgruppen des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Einblicke in ihre Forschung und die vielfältigen Messgeräte und -methoden geben. Natürlich war auch die Meereisforschung der unterschiedlichen Sektionen vertreten und gab den Gästen (geschätzt 12.000 bis 14.000) Antworten auf Fragen rund um das Thema Meereis in beiden Polarregionen.

„Meereis im Wandel" war nicht nur der Titel eines der wissenschaftlichen Vorträge im Programm, sondern auch sonst das zentrale Thema: Wie verändert sich das Meereis? Wie dick ist es? Wie unterscheidet es sich von Gletschern? Wie lange wird es noch Meereis in der Arktis im Sommer geben? Viele dieser Fragen konnten beantwortet werden, indem gezeigt wurde wie Meereis heutzutage  untersucht wird und was die letzten Erkenntnisse der Meereisforschung sind. Eine Animation zeigte wie sich die Meereisbedeckung der Arktis in den kommenden 80 Jahren verändern könnte.

Ein Eiskern, der direkt vom Nordpol aus dem Jahr 2011 stammt, war zum Anfassen ausgestellt. Seine Geschichte und die Arbeiten auf dem Meereis haben viele neugierige Fragen aufgeworfen. Wie salzig ist so ein Stück Meereis? Was lebt im Meereis? Proben von Eisalgen konnten unter dem Mikroskop betrachtet werden, so dass die Vielfalt dieser kleinen Organismen deutlich wurde. Schnell war klar „Meereis ist ein Lebensraum, und zwar nicht nur für Pinguine und Eisbären".

Direkt neben dem Eiskern mit Kernbohrer war ein EM-Bird ausgestellt. Dieser Torpedo war sicherlich ein Hingucker, hat aber nicht nur die Technikbegeisterten angesprochen. Wie kann man die Dicke des Meereises im Flug bestimmen und wie dick ist das Meereis überhaupt in unterschiedlichen Regionen? Es wurde diskutiert, dass wir auch heute noch auf solche Messungen angewiesen sind, obwohl es auch viele Informationen von Satellitendaten gibt. Eine weitere Methode die Dicke von Schnee- und Meereis zu messen sind unsere Bojen, die ebenfalls Teil der Ausstellung waren und auch die direkte Verbindung zum Stand des Informations- und Datenportals meereisportal.de herstellten. Im Zusammenhang mit den ausgestellten Bojen haben wir ein Programm für Bojenpaten gestartet. Diese kostenlose Aktion für Jedermann bringt die Arbeit mit den Bojen im Alltag näher und bringt unsere Messungen direkt nach Hause. Wir freuen uns über weitere Paten (mehr Informationen hierzu hier).

Außerhalb des Wissenschaftszelts war ein großer Tauchcontainer aufgebaut, in dem jeder den neuen AWI-Tauchroboter selbst steuern durfte. Sicherlich war es für viele, vor allem kleine Besucher, ein Highlight dieses Gerät wirklich selbst zu fahren und dabei seine Verwandten und Bekannten durch die Glasscheibe des Containers zu beobachten. Einige Besucher waren wirklich talentiert und konnten schon nach kürzester Zeit sicher durch das Wasser navigieren, obwohl sie nur die eingeschränkte Sicht der Kamera hatten.

Die Ausstellung wurde von unterschiedlichen Informations- und Diskussionsangeboten abgerundet, so dass wir zwei lange und sehr spannende Tage rund um das Thema Meereis und Polarforschung hatten.

Impressionen:

(Fotos: M. Nicolaus)

Ansprechpartner:

Dr. Klaus Grosfeld, Dr. Marcel Nicolaus, Dr. Renate Treffeisen (Alfred-Wegener-Institut)

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info(at)meereisportal.de